Europatag 2005 in Österreich

 

Am 9. Mai 2005 luden das Informationsbüro des Europäischen Parlaments für Österreich und die Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich zu einer Festveranstaltung anlässlich des Europatages im Palais Ferstl in Wien ein. Die Veranstaltung stand unter dem Motto Europa für alle - alle für Europa.

Zu Beginn präsentierten die Schülerinnen und Schüler der Integrationsklasse der KMS Herthergasse (Wien) ihre Vorstellungen von Europa in mehreren Sprachen. Sie hatte mit dieser Präsentation den Österreich-Wettbewerb des Europäischen Frühlings 2005 gewonnen. Nach diesem lebhaften Einstieg begrüßten Michael Reinprecht (Leiter des Informationsbüros des Europäischen Parlaments für Österreich) und Karl-Georg Doutlik (Leiter der Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich) das Publikum und stellten die Ehrengäste vor: Ursula Plassnik (Ministerin für auswärtige Angelegenheiten, Österreich), Wolfgang Schüssel (Bundeskanzler, Österreich), Jan Figél (EU-Kommissar für Erziehung, Kultur und Mehrsprachigkeit,Slowakei) und Richard Corbett (MEP, Großbritannien).

Die Moderation der Podiusmdiskussion übernahm der Schauspieler und Schriftsteller Miguel Herz-Kestranek. Er hatte die Ehrengäste um Eingangsstatements ersucht, die er zu Beginn vortrug. Aus der folgenden Diskussion wurde klar, dass wir alle im gleichen Boot sitzen - oder wie Richard Corbett es ausdrückte: im gleichen Bus, der sich am 1. Mai 2004 von einem minibus in einen full size bus verwandelt hat. Schülerinnen und Schüler der HTL Wiener Neustadt äußerten sich teilweise positive, teilweise aber auch sehr kritisch und vorsichtig pessimistisch zum Thema Europa.

Sie hatten anlässlich des Europäischen Frühlings 2005 und der Feiern zum 50. Jahrestag der Unterzeichnung des österreichischen Staatsvertrags im Rahmen einer Veranstaltungsreihe, die unter dem Motto "Friede in und mit Hilfe von Europa" stand, mit Botschaftern und Botschafter-Stellvertretern aus fünf benachbarten Staaten (Deutschland, Slowenien, Ungarn, Slowakei, Tschechien) über die Zukunft Europas diskutiert. Alle Ehrengäste wiesen darauf hin, dass es kein Gegensatz sein muss, sich einerseits einer bestimmten europäischen Nation und andererseits ganz Europa zugehörig zu fühlen. Jan Figél betonte sogar, dass er es für wichtig halte, die kulturelle Vielfalt zu pflegen und zu erhalten.

Dem Bedenken der Schüler, dass Brüssel zu viel regiert und die Bürger zu wenig in die Entscheidungen einbezieht, hielt Bundeskanzler Schüssel entgegen, dass wir Europa mit weniger Angst und mehr Fröhlichkeit erleben sollten. Miguel Herz-Kestranek bat die Ehrengäste schließlich um jeweils ein kurzes Schlusswort. Ursula Plassnik betonte, dass wir noch mehr Vertrauen und Zuversicht in die Zukunft brauchen; Richard Corbett wies darauf hin, dass gemeinsame Regeln wohl in Brüssel erstellt werden, dass es aber sehr wichtig ist, dass alle Mitgliedsländer diese Regeln in der Folge demokratisch annehmen; Jan Figél äußerte die Hoffnung, dass wir uns 60 Jahre nach Ende des 2. Weltkriegs und ein Jahr nach der EU-Erweiterung um eine Erweiterung der Verantwortlichkeiten bemühen; Wolfgang Schüssel stellte einen Vergleich mit dem Staatsvertrag an, der Österreich 1955 wieder frei und unabhängig werden ließ:  der Staatsvertrag brachte Österreich die Freiheit von der Besatzung, die neue EU-Verfassung wird dem Land die Freiheit zu europäischen Auftreten  und Visionen bringen.

 

Das mund.ART quintett wien rundete die Veranstaltung zum Abschluss mit Variationen zur Europahymne ab.

 

Lesen Sie hier einen Artikel über die Festveranstaltung, der am 10. Mai 2005 in der Tageszeitung Der Standard veröffentlich wurde.

© Dr. Susanne Pratscher

 

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