Der lange Tag der Flucht

Boatpeople – Requiem für Pescho (2015)Designing Locality (2016)
Exkursion zu Ärzte ohne Grenzen (2014)zusammen menschlich (2016)
Workshop Agoro (2012)Mythen von Migration und Flucht (2017)
Flucht und Asyl (2016)Projekt Xchange (2018)

 

Das Rote Kreuz zeichnet verantwortlich für das Projekt Xchange, welches darauf abzielt, Vorurteile und Konflikte in den Bereichen Migration und Integration anhand von direkten Begegnungen abzubauen. Die UNO macht es für Schulklassen möglich, im Rahmen des Langen Tages der Flucht an derartigen Projekten teilzunehmen.

Im Oktober 2018 hatten die Schüler und Schülerinnen der 2BHBGM die Möglichkeit, einen jungen Mann aus Somalia näher kennenzulernen. Der 18 Jahre alte Fatih Yusuf Ismail erzählte uns von seiner schwierigen Kindheit in seiner Heimat, der Flucht nach Europa und seiner Pflegefamilie, die ihm die Integration in unsere Gesellschaft erleichtert.
Die Schülerinnen und Schüler der 2BHBGM hatten sich mit viel Eifer auf den Besuch vorbereitet und sich Fragen an ihn überlegt. Eine kleine Spende jedes einzelnen Schülers machte es möglich, dass wir Fatih einen Einkaufsgutschein überreichen konnten, mit dem er sich Sportkleidung kaufen konnte, die er sich vermutlich sonst nicht leisten könnte.
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Schon im September 2016 (s.u.) hatten sich die Schülerinnen und Schüler der 3BHBGM mit dem Thema Flucht auseinandergesetzt. Im Schuljahr 2017/18 entstand durch Zusammenlegung eine neue Klasse: die 4AHBGM.

Unter dem Motto „neue Klasse – neues Thema“ luden wir uns daher am 10. Oktober 2017 im Rahmen des Langen Tages der Flucht auch ein neues Team ein, um das Thema Migration neu zu beleuchten.

Zwei sehr kompetente und engagierte junge Damen von der Internationalen Organisation für Migration kamen für zwei Stunden zu einem Workshop in die Schule.

·   In einem ersten Schritt hatte die Klasse Gelegenheit, Begriffe wie „Flucht“, „Migration“, „Zuwanderung“, „Integration“ u.v.m. näher zu definieren und sich mit Zahlen und Fakten vertraut zu machen.

·    Im zweiten Teil des Workshops wurde die Klasse in Gruppen aufgeteilt, und nun konnten etliche Stereotypen, die immer wieder auftauchen, wenn wir uns mit den aktuellen Migrationsbewegungen beschäftigen, zuerst im kleinen Rahmen diskutiert werden,

·      um anschließend die Ergebnisse in einem dritten Schritt mit der gesamten Klasse zu teilen.

 

Die neuen Einblicke in das Thema gaben uns allen die Gelegenheit, unser Verständnis für Menschen, die ihre Heimat verlassen, um sich anderswo eine neue Existenz aufzubauen, zu erhöhen bzw. zu erweitern.
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Am 28. November 2016 erhielten die Schülerinnen und Schüler der 3BHBGM Besuch von Vanessa und Melanie, zwei ehrenamtlichen Workshopleiterinnen von Amnesty International, die zwei Stunden lang mit der Klasse darüber diskutierten, was „zuhause“ eigentlich bedeutet, wo man sich zuhause fühlen kann, und wie wir uns fühlen würden, müssten wir aus politischen Gründen in ein fernes Land flüchten. 

Die Klasse hat großes Interesse an diesem Thema, und da die beiden Damen von Amnesty die Veranstaltung sehr abwechslungsreich und interessant gestalteten (mit einem Fragebogen, einem kurzen Video und einer Ideenfindung durch die Schüler), gingen die zwei Stunden viel zu rasch vorbei. Wir hätten gerne noch weiter diskutiert und mehr zu dem Thema erfahren!
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Am 30. September 2016 nahmen die Schülerinnen und Schüler der 4BHBGM (2016/17) im Rahmen der 10. Design Week Vienna an einem Projekt teil, das von einer Gruppe von Designern ins Leben gerufen worden war, die die Jugendlichen dazu anregten, einen Beitrag zu einer Website zu gestalten, mit der es sowohl Zuwanderern aus dem Ausland als auch aus anderen Bezirken erleichtert werden sollte, sich im 5. Bezirk zurechtzufinden und heimisch zu werden.
Die Klasse teilte sich in zwei Gruppen auf, die unterschiedliche Aufgaben übernahmen. Eine Gruppe gestaltete ein Rollenspiel und nahm im Rahmen eines Rundgangs in der Umgebung der Schule zahlreiche Fotos auf. Die zweite Gruppe nützte natürlich auch die Handys zum Fotografieren, wählte aber einen anderen Zugang zum Thema „Kennenlernen der Umgebung“. Diese Schülerinnen und Schüler suchten einige Geschäfte auf und interviewten Kunden bzw. Gäste, von denen sie v.a. wissen wollten, was es für sie bedeutet, im 5. Bezirk zu Hause zu sein.
Die Jugendlichen waren mit Eifer bei der Sache, gestalteten nebenbei auch noch einen Beitrag zum Gästebuch der Designergruppe, und fanden sich zum Abschluss vor einem Stadtplan des 5. Bezirks zu einem Gruppenfoto zusammen.
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Am 29. September 2016 besuchten die Schülerinnen und Schüler der 3BHBGM (2016/17) gemeinsam mit ihrem Klassenvorstand, Herrn Prof. Hesina, und der Deutsch-Lehrerin (Prof. Pratscher) im Rahmen des Langen Tages der Flucht die Ausstellung zusammen menschlich im Gebäude des OPEC Fund for International Development.
Zwei sehr kompetente und engagierte junge Damen machten die Jugendlichen nicht nur vertraut mit der großen Zahl von Flüchtlingen, die weltweit z.T. im eigenen Land flüchten (Binnenflüchtlinge) und z.T. ihr Land verlassen müssen.

Die Ausstellung war v.a. deswegen sehr ansprechend gestaltet, weil den Besuchern die Möglichkeit geboten wurde, sich durch interaktive Spiele in die Rolle eines Flüchtlings hineinzuversetzen, im Rahmen eines ca. 15 Min langen Videos mehr über die Geschichte einer jungen Frau aus Syrien zu erfahren, die unter dramatischen Umständen nach einer langen und mühsamen Flucht Europa erreichen konnte, und mit den Gastgeberinnen über besonders bewegende Aspekte zu diskutieren.

Zum Abschluss konnten die Schülerinnen und Schüler noch eigene Slogans zum Thema Flucht entwerfen, wurden damit fotografiert und durften die Fotos gleich mit nach Hause nehmen. Alle waren sehr engagiert bei der Sache, was die Veranstaltung zu einem großen Erfolg machte, der sich auch auf die Gastgeberinnen übertrug, die zum Abschied sogar den hauseigenen Fotografen baten, ein Gruppenfoto zu machen.
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Dr. Espérance Bulayumi vom Afro Asiatischen Institut kam am 25. September 2015 anlässlich des langen Tages der Flucht zu einem Workshop in die HTL Spengergasse und informierte die Schülerinnen und Schüler der 3BHBGM (2015/16) über die Fluchtgründe der Ärmsten der Armen aus Afrika. Sein Buch "Requiem für Pescho" schildert eindringlich den Hunger und die allgemeine wirtschaftliche Not, die Menschen wie Pescho dazu bringen, ihre Heimat zu verlassen und auf ein besseres Leben in Europa zu hoffen.
Pescho ist die Flucht nicht gelungen. Sein Boot ist im Mittelmeer gekentert, und er ertrank in der Nähe von Lampedusa. Aber sein Schicksal und das Requiem für ihn sind ein Appell an die wohlhabenden Länder Europas, dazu beizutragen, dass  Menschen in unterentwickelten Ländern die Chance bekommen, ihre wirtschaftliche Situation zu Hause zu verbessern. Wenn das gelingt, dann müssen sie ihre Heimat nicht mehr verlassen und können auch ohne Migration endlich ein menschenwürdiges Dasein führen.
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Am 25. September 2014 besuchten wir, die Schülerinnen und Schüler der 2BHBGM (2014/15), im Rahmen des langen Tages der Flucht mit Frau Prof. Vavra am Wiener Karlsplatz die Stände der Organisation "Ärzte ohne Grenzen" (MSF). Dort erwarteten schon zwei Betreuer, Conny und Rolf, zwei sehr engagierte Mitarbeiter von MSF, die Klasse und führten uns in der Folge durch die einzelnen Stationen. Dabei erzählten sie von ihrer langjährigen Tätigkeit als Retter in der Not, denn die "Ärzte ohne Grenzen" kommen dorthin, wo Hilfe am nötigsten ist.

In Zelten wurden Szenen aus mehreren Einsatzgebieten von MSF nachgestellt, z.B. aus afrikanischen Ländern, Kolumbien und Haiti. Die modernsten Zelte sind aufblasbar und mit Klimaanlage ausgestattet, was besonders in sehr heißen Ländern wichtig ist.

Bei der ersten Station wurde uns ein WC gezeigt, welches sehr schnell und einfach zusammenzubauen ist. Toiletten sind in Krisengebieten sehr wichtig, um zu vermeiden, dass die Jauche Epidemien auslöst.
Ein weiterer wichtiger Punkt, um den Menschen zu helfen, ist die Versorgung mit Nahrungsmitteln, Wasser und Medikamenten. Zudem hilft MSF, mit Impfungen Erkrankungen zu vermeiden. Der Impfstoff muss kühl gelagert oft in sehr heiße Gebiete transportiert werden, denn wenn er zu hohen Temperaturen ausgesetzt ist, verliert er seine Wirkung.
Da manche Krankheiten durch Insekten übertragen werden können, stellt die Organisation Moskitonetze zur Verfügung. So kann verhindert werden, dass Menschen im Schlaf von Stechmücken infiziert werden. Jedes kleine Kind, das in eine Krankenstation gebracht wird, wird sorgfältig untersucht. Gewicht und Größe werden gemessen, und wenn ein Kind unterernährt ist, bekommen die Eltern die erforderliche Anzahl von Rationen an Erdnusspaste mit, damit das Kind in den nächsten drei Wochen zu Hause gut versorgt werden kann. Regelmäßige Kontrollen durch das Ärzteteam sind selbstverständlich.
Oft ist es nicht leicht, ausreichend Personal für die Versorgung von Kranken zu rekrutieren. Es werden nicht nur Ärzte gebraucht, sondern auch Logistiker, Techniker und Reinigungspersonal, denn die kleinen Krankenstationen müssen täglich sorgfältig mit Chlor gereinigt werden, um die Ausbreitung von Bakterien zu verhindern. Krankheiten wie Masern, Tuberkulose und Ebola sind sehr gefährlich und erfordern absolute Reinheit beim Personal. Cholera ist für die Patienten lebensgefährlich, weil sie bei Durchfall 10 bis 20 Liter Wasser verlieren. Das Ebola-Virus verhindert, dass die Patienten Wasser zu sich nehmen können. Diese Kranken müssen mit Infusionen versorgt werden.

Jeder Patient bekommt von der Organisation 8 bis 20 Liter Wasser, je nachdem, wieviel vorhanden ist. Dieses benötigen die Menschen zum Kochen, Trinken und Waschen. Flüchtlinge und Kriegsverletzte werden rasch versorgt, wenn nötig operiert und in einem sterilen Zelt gepflegt.

"Ärzte ohne Grenzen" ist die weltweit größte durch Spenden finanzierte Organisation. Sie ist überall dort präsent, wo Menschen ärztliche Hilfe benötigen.

Text: Benedict Sator und Andrija Jovanovic, 2BHBGM
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Am 28.  September 2012 wurde erstmals vom UNHCR der lange Tag der Flucht organisiert. Im Rahmen dieses Tages wurde eine Vielzahl von Aktivitäten angeboten. Leider konnten wir an keiner einzigen teilnehmen, weil wir zu dieser Zeit an anderen Projekten teilnahmen. Doch wir hatten Glück: Herr Prince Ashirifie, den wir eingeladen hatten, an der Schule ein Workshop zum Thema "Migration - Integration - Kennenlernen anderer Kulturen" zu veranstalten, war sehr flexibel.

 

Ein kurzes Telefonat genügte, und er war gerne bereit, das Workshop zu einem späteren Zeitpunkt zu veranstalten. So einigten wir uns auf den 9. November 2012. Herr Ashirifie kam und brachte nicht nur eine Vielzahl von Ideen mit sondern auch Trommeln aus seiner Heimat. Er stammt aus Ghana, ist schon seit vielen Jahren in Österreich und weiß wovon er spricht, wenn es um Migration und Integration geht.

 

Die Schülerinnen und Schüler der 2BL (2012/13) waren sofort bereit, die Tische in ihrer Klasse beiseite zu schieben, als Herr Ashirifie dazu einlud. Nun war Platz für einen Sesselkreis und für Plakate, die in der Mitte aufgelegt wurden, und auf denen vorerst einmal nur "Afrika" und "Europa" stand. Nun waren wir eingeladen, im Rahmen eines Brainstormings aufzuschreiben, was uns zu diesen beiden Kontinenten spontan einfällt.

Die Klasse war sehr aktiv und es dauerte gar nicht lange, bis die Plakate voll waren mit interessanten Stichwörtern, die ihrerseits wieder zur Diskussion anregten.
In einem nächsten Schritt lud uns Herr Ashirifie ein, aufzuschreiben, was uns zu zwei Gesichtern einfällt. Wie schätzen wir einen Menschen ein, der eine Brille trägt und sein Haar streng zurück kämmt? Und wie halten wir es mit einem zweiten, der eine Zigarette in der Hand hält?
Unsere Beurteilungen fielen sehr unterschiedlich aus. Doch am Ende stellte sich heraus, dass es sich um ein und dieselbe Person handelt, die sich nur auf zwei sehr unterschiedliche Arten präsentiert. So kann man sich von Äußerlichkeiten täuschen lassen!
Ein Gesicht - mehrere Interpretationen. Eine Welt - und viele Kulturen, die einander in vielem ähnlich sind und sich doch auch stark von einander unterscheiden. Das war das nächste Thema, das Herr Ashirifie mit der Jugend erörterte.

Nun fragt sich vielleicht mancher, wozu er die Trommeln mitgebracht hatte. Zur musikalischen Untermalung während der Arbeit; um den Jugendlichen ein Gefühl für Rhythmus zu vermitteln; um einen fremdländischen Touch ins Klassenzimmer zu bringen, etc.
Die Klasse verbrachte zwei sehr gewinnbringende Stunden, in denen wir deutlich vor Augen geführt bekamen, wie wichtig es ist, auf Menschen aus anderen Kulturen zuzugehen. Wir können so viel voneinander lernen.

Kontakte mit Menschen aus anderen Kulturkreisen können unser Leben entscheidend bereichern. Es wäre schade, wenn wir diese Vielfalt nicht entsprechend nützen würden, um jeder unser eigenes Leben bunter und lebendiger zu gestalten.

Herr Ashirifie hat versprochen, wieder in die VBS Schönborngasse zu kommen.
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© OSTR Dr. Susanne Pratscher

 

 

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