Nationalhymnen

in Europa

Im Dezember 2002 wurde  Ludwig van Beethoven's Symphonie Nr.9, von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Ein Teil dieser Symphonie ist die Ode an die Freude, deren Melodie uns allen bekannt ist als Europahymne. Der Text der Ode an die Freude stammt von Friedrich Schiller. Die Europahymne war ursprünglich als Instrumentalversion geplant, um keine Nationalsprache zu bevorzugen. Mittlerweile gibt es aber eine Vielzahl von Texten: ein deutscher Text stammt von dem Österreicher, Peter Diem! 2004 hat ein weiterer Österreicher, Peter Roland, eine lateinische Version der Europahymne gedichtet, da er der Meinung ist, dass Latein immer noch als lingua franca in Europa gilt.

 

 

Sobald wir herausgefunden hatten, dass unser Wissen über die Nationalhymnen in Europa mehr als dürftig ist, machten wir uns im Internet erst einmal auf die Suche nach Informationen über die Nationalhymnen der alten EU-Mitgliedsländer und fanden auch rasch eine Website, auf der die meisten Nationalhymnen vorgestellt werden. Das ist eine deutschsprachige Website. Wenn ihre euch besonders für Österreich interessiert, dann ist eine Website der Steiermark besonders hilfreich. Dort findet ihr die österreichische Hymne und alle Hymnen der Bundesländer.

 

Später haben wir uns näher informiert über die Hymnen der neuen Mitgliedsländer und der Kandidatenländer, was ein bisschen schwieriger war. Wir fanden schließlich eine Website, die Informationen über Hymnen in aller Welt enthält. Diese Website enthält natürlich auch Informationen über die Hymnen in der gesamten EU auf Englisch.  National Anthems Info ist eine weitere Website, wo man sich zahlreiche Hymnen anhören kann.

 

Bei WIKIPEDIA findet man eine Liste von Nationalhymnen aus aller Welt. Hier könnt ihr euch nun über Hymnen in Europe informieren:

 

EU Mitglieds- und Kandidatenländer

Mini-Staaten
Nicht-Mitglieder

 

EU Mitglieds- und Kandidatenländer

Belgien

 

La Brabançonne (französisch) bzw. De Brabançonne (niederländisch), zu deutsch „Das Lied von Brabant“, ist der Name der belgischen Nationalhymne. Der Text stammt von Alexandre Dechet.  Die Brabançonne gilt seit der Unabhängigkeit des Landes (Juli-Revolution 1830) als Nationalhymne, wurde aber nie offiziell dazu erklärt. Die Musik stammt von François Van Campenhout.

1930, zum 100-jährigen Jubiläum der Unabhängigkeit, wurde der Brabançonne auf der Place Surlet de Chokier (Surlet de Chokierplein) in Brüssel ein Denkmal errichtet, in dem die Anfangszeilen des Liedes ("Nach Jahrhunderten der Knechtschaft")auf Französisch und Niederländisch eingraviert sind.

 

Bulgarien

Wenn ihr möchtet, könnt ihr den bulgarischen Text hier auch in kyrillischen Buchstaben lesen! Die Hymne, Mila Rodino (Liebe Heimat) ist - mit Unterbrechung durch die kommunistische Ära - seit 1885 als Nationalhymne von Bulgarien in Gebrauch. Text und Komposition stammen von Tswetan Tswetkow Radoslawow aus der Zeit des Serbisch-Bulgarischen Krieges (1885).

 

Dänemark

 

Dänemark hat zwei offizielle Nationalhymnen.

 

Die Fest- und Gedenktage des Königshauses werden mit dem Lied Kong Kristian stod ved højen mast (König Christian stand am hohen Mast) begangen, in dem Christian IV. und Kriegshelden vergangener Zeiten gepriesen werden. Den Text schrieb Johannes Ewald (1779), die Melodie stammt von einem unbekannten Komponisten.

Die älteste bekannte Version der Melodie ist anonym überliefert und findet sich unter dem Titel Aria in „Basts Violinbog“ aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die Melodie ist zum Teil Ditlev Ludvig Rogert (Landrichter auf Bornholm, 1742-1813) zugeschrieben worden, zum Teil Johann Ernst Hartmann, der sie in sein Singspiel Fiskerne (Die Fischer) von 1780 einfügte. Die endgültige Fassung erhielt sie von Daniel Friedrich Rudolf Kuhlau, der über sie einen Satz Klavier-Variationen (Opus 16, um 1817) schrieb und sie in der Ouvertüre zu Elverhøj (Elfenhügel) einsetzte.

 

Bei nationalen Ereignissen und internationalen Sportwettbewerben (z.B. Europa- und Weltmeisterschaften) wird die Hymne Der er et yndigt land (Es gibt ein lieblich Land) verwendet. Der Text stammt von Adam Oehlenschläger (ca. 1819), die Melodie von Hans Ernst Krøyer (ca. 1835). Diese Hymne ist seit 1844 in Gebrauch.

 

Deutschland

 

Die Nationalhymne der Bundesrespublik Deutschland ist die dritte Strophe des Deutschlandliedes  (1841) von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798 -1874). Die Melodie stammt von Joseph Haydn (1732 - 1809), und wurde von diesem für die 1797 uraufgeführte österreichische Kaiserhymne komponiert.

 

Durch Verordnung des Reichspräsidenten Ebert (1922) wurde der Text zur Reichshymne erklärt, durch Bundespräsident Heuss (1952) als Nationalhymne der BRD bestätigt. Schon seit 1950 wird bei staatlichen Anlässen nur die dritte Strophe gesungen.

 

Estland

Mu isamaa, mu õnn ja rõõm (Mein Vaterland, mein Glück und meine Freude) ist die estnische Nationalhymne.
Die Melodie der Hymne wurde ursprünglich 1848 von dem nach Finnland übergesiedelten Hamburger Komponisten Friedrich Pacius (1809–1891) zum Text von Vårt land (Unser Land) aus Johan Ludvig Runebergs Die Erzählungen des Fähnrich Stål geschrieben. Dieselbe Melodie wurde als Maamme 1917 auch zur finnischen Nationalhymne.

Den estnischen Text der Hymne verfasste Johann Voldemar Jannsen. In der Kombination mit Pacius’ Melodie wurde das Lied 1869 auf dem großen estnischen Sängerfest gesungen, das eine zentrale Bedeutung für das erwachende estnische Nationalbewusstsein hatte. Mit der Unabhängigkeit (1920) wurde Mu isamaa zur Nationalhymne erklärt.

 

Finnland

Maamme (Finnisch) / Vårt land (Schwedisch) (Unser Land) ist die Nationalhymne von Finnland. Sie wurde komponiert von Fredrik Pacius, der schwedische originale Text stammt von Johan Ludvig Runeberg und wurde ursprünglich als Prolog zu den Erzählungen des Fähnrich Stål  verfasst. Die erste Aufführung fand 1848 statt. Die finnische Nachdichtung des Textes wurde 1889 von Paavo Cajander erstellt. Der aktuelle Text der Hymne, wird zwar oft Paavo Canjander zugeschrieben, geht aber zurück auf eine aus dem Jahr n1867 stammende Übersetzung von Julius Krohn. Bei offiziellen Anlässen werden meist nur die erste und die letzte Strophe gesungen.

 

Dieselbe Melodie dient auch in Estland als Nationalhymne (wieder seit der Unabhängigkeit 1990) gesungen mit dem Text Mu isamaa (Mein Vaterland).

 

Die autonome Inselgruppe Åland besitzt eine eigene Nationalhymne, Ålänningens sång (Lied des Åländers).

 

Frankreich

Die Marseillaise ist die Nationalhymne von Frankreich. Sie wurde ursprünglich von Claude Joseph Rouget de Lisle in der Nacht vom 25. auf den 26. April 1792 während der Kriegserklärung an Österreich im elsässischen Straßburg komponiert, hatte den Titel Chant de guerre pour l’armée du Rhin (Kriegslied für die Rheinarmee) und war dem Oberbefehlshaber und Gouverneur von Straßburg, dem im Jahr zuvor zum Marschall von Frankreich ernannten Grafen Luckner gewidmet. Daher ertönt die Marseillaise täglich um 12:05 Uhr vom Glockenspiel auf dem Marktplatz in Cham in der Oberpfalz, dem Geburtsort des Grafen.

Am 30. Juli 1792 wurde das Lied von republikanischen Soldaten aus Marseille beim Einzug in Paris gesungen und erhielt in den Folge den Namen Marseillaise. Am 14. Juli 1795 wurde die Marseillaise zur französischen Nationalhymne erklärt.

Während der Restauration war sie verboten und kam erst nach der Julirevolution von 1830 wieder zu Ehren. In der Dritten Republik wurde sie erneut Nationalhymne. Im État français (Vichy Regierung, 1940-1944) hatte das Lied Maréchal, nous voilà einen ähnlichen Rang wie die Marseillaise inne, auf welche es zu folgen oder die es sogar zu ersetzen pflegte. Die Verfassungen der Vierten Republik (1946) und der Fünften Republik (1958) hielten an der Marseillaise als Nationalhymne fest.

Im 19. Jahrhundert war die Marseillaise die Hymne vieler Freiheitsbewegungen und auch der Arbeiterbewegung, wobei der Text oft auch für spezielle Anlässe umgedichtet wurde, so beispielsweise zur Arbeiter-Marseillaise. Erst als die Marseillaise zur französischen Nationalhymne wurde, wurde sie als Lied der internationalen Arbeiterbewegung von der Internationale abgelöst.

Während der Zeit der Provisorischen Regierung der Februarrevolution 1917 (Februar bis November) war die Marseillaise mit einem eigenen russischen Text Otretschemsja ot starogo mira (Lasst uns die alte Welt verdammen) als Марсельеза (Marsel'eza) auch russische Nationalhymne.

Bereits gegen Ende des 18. Jh.s wurde bezweifelt, ob de Lisle der Urheber der Marseillaise sei. Mitte des 19. Jh.s und erneut 1915, anlässlich der Überführung von de Lisles Gebeinen in den Invalidendom in Paris, erschienen Zeitungs- und Zeitschriftenartikel, denen zufolge die Melodie von dem deutschen Organisten Holtzmann aus Meersburg stammen könnte. Andere Quellen wieder behaupten, dass der österreichische Komponist Ignaz Josef Pleyel die Melodie geschrieben habe.

 

Griechenland

Ymnos is tin Eleftherian (Ύμνος είς την Ελευθερίαν / Ode an die Freiheit) wurde 1823 von Dionysios Solomos geschrieben und hat 158 Strophen. Die Musik komponierte Nikolaos Mantzaros. 1865 wurden die ersten zwei Strophen zur Nationalhymne von Griechenland erklärt. Sie wird auch als Nationalhymne der griechischen Republik Zypern verwendet.

 

Irland

Amhrán na bhFiann / A Soldier’s Song, die Nationalhymne der Republik Irland, wurde 1907 von Peadar Kearney, einemOnkel des bekannten Liedertexters Brendan Behan, auf Englisch geschrieben und 1926 ins Irische übersetzt. Die Melodie wurde von Peadar Kearney und Patrick Heeney komponiert. Als Nationalhymne gilt nur der Refrain, nicht die Strophen des Liedes. Gewöhnlich wird die irischsprachige Version gesungen.

 

In den ersten Jahren der Republik Irland war das von einem irischen Parlamentsabgeordneten geschriebene Foggy Dew die inoffizielle Nationalhymne Irlands. Bis heute erfreut es sich bei irischen Patrioten großer Beliebtheit.

 

Island

Der Titel der Nationalhymne von Island ist Lofsöngur (Lobgesang). Sie wurde 1874 anlässlich des tausendjährigen Jubiläums der Besiedlung Islands im Rahmen eines Festgottesdiensts in der Domkirche von Reykjavík, in Anwesenheit des dänischen Königs Christian IX. (der auch der König von Island war) von einem gemischten Chor uraufgeführt.  Matthías Jochumsson (1835–1920) verfasste den Text, der an den Inhalt des 90. Psalms der Bibel anknüpft, welcher als Predigttext für diese Messe ausgesucht worden war. Sveinbjörn Sveinbjörnsson (1847–1926) komponierte die Melodie.

 

In der Folge gewann das Lied allgemeine Beliebtheit als Nationalhymne und wurde als solche auch aufgeführt, als Island 1918 unabhängig wurde. Offiziellen Status erlangte die Hymne aber erst durch ein entsprechendes Gesetz aus dem Jahre 1983. Das Lied hat drei Strophen, als Nationalhymne wird aber nur die erste Strophe gesungen.

 

Früher wurde oft das Lied Eldgamla Ísafold (Altes Island) von Bjarni Thorarensen zur Melodie von God Save the Queen als eine Art Nationalhymne gesungen. Der Regierung erschien es aber unangebracht, dieselbe Melodie wie andere Völker für die Nationalhymne des Landes zu verwenden.

 

Italien

Fratelli d'Italia (Brüder Italiens, eigentlich Il Canto degli Italiani, also Das Lied der Italiener) ist die Nationalhymne von Italien. Ähnlich wie in Deutschland, entstand auch diese Nationalhymne im Umfeld der romantischen nationalistischen Bewegungen Mitte des 19. Jh.s.

Geschrieben wurde der Text als Kampflied im Herbst 1847 unter dem Eindruck des bevorstehenden Freiheitskrieges gegen das Kaisertum Österreich vom patriotischen Studenten Goffredo Mameli aus Genua (weshalb die Hymne auch als Inno di Mameli bekannt ist) und vertont wenig später von dem aus Turin stamenden Michele Novaro.

Am 12. Oktober 1946, mit Ausrufung der Italienischen Republik, wurde Fratelli d'Italia schließlich die vorläufige Nationalhymne des Staates. Erst 2005 wurde sie per Dekret des Staatspräsidenten dieser jahrzehntelange Usus offiziell bestätigt.

 

Kroatien

Der Text stammt von dem Dichter Antun Mihanovic, einem Vertreter der Illyrischen Bewegung, und wurde 1835 unter dem Titel Horvatska domovina (Kroatische Heimat) zum ersten Mal veröffentlicht. In den späten 1840er Jahren wurde ein Teil des Liedes vertont, vermutlich von Josip Runjanin.

 

Schon zu österreichisch-ungarischer Zeit galt das Lied als eine Art kroatische Nationalhymne und wurde bei feierlichen Anlässen gesungen. Allerdings war es nur eine von mehreren "Nationalhymnen". 1891 wurde es erstmals als "kroatische Hymne" bezeichnet. In den darauf folgenden Jahren wurde das Lied zur inoffiziellen Nationalhymne und wurde stets nach der Kaiserhymne gesungen.

 

Auch in der Zwischenkriegszeit war es eine Art inoffizielle Nationalhymne, und während des Zweiten Weltkriegs wurde es sowohl von Ustascha als auch von Partisanen gesungen.

 

1972 wurde Horvatska domovina zur Hymne der Sozialistischen Republik Kroatien erhoben, und das blieb auch so, als Kroatien 1990 unabhängig wurde.

 

Lettland

Dievs, svētī Latviju! (Gott, segne Lettland!) ist die Nationalhymne von Lettland. Das Lied entstand um 1870. Text und Musik stammen von Kārlis Baumanis (Baumaņu Kārlis) (1834–1904). Kārlis Baumanis war der erste lettische Komponist, der es wagte, in einem Lied das Wort "Latvija" (Lettland) zu verwenden. Dies war ein neuer Begriff, der während der Bewegung des nationalen Erwachens kreiert wurde, um alle von Letten bewohnten Gebiete zu bezeichnen.

Das Wort "Latvija" wurde als Forderung nach nationaler Eigenständigkeit gedeutet, was dem russischen Zarenreich nicht behagte. Das Wort "Latvija" im Titel und im Text des Liedes wurde verboten und musste durch den allgemeineren Begriff "Baltija" (Baltikum) ersetzt werden. Während des ersten Sängerfests im Juni 1873 in Riga wurde es erstmals gesungen.

Im November 1918 (Proklamation der Republik Lettland) wurde Dievs, sveti Latviju zur lettischen Nationalhymne, erlangte jedoch erst im Juni 1920 offiziellen Status. Zwischen 1940 und dem Zerfall der Sowjetunion wurde eine andere Hymne gesungen.

 

Litauen

So wie Estland und Lettland, führte auch Litauen nach dem Ende der Sowjetunion wieder seine alte Nationalhymne Tautiška Giesmė (Das Nationallied) ein, die 1918 von Vincas Kudirka geschrieben und komponiert worden war.

Tautiška Giesmė wurde 1898 erstmals veröffentlicht in der Nr. 6 der Zeitschrift Varpas (Die Glocke).

 

Luxemburg

Ons Heemecht (Unsere Heimat) ist seit 1895 die Nationalhymne von Luxemburg. Die Melodie stammt von Jean-Antoine Zinnen (1864), der Text von Michel Lentz (1859). Die Sprache ist Lëtzebuergesch. Bei offiziellen Anlässen werden nur die Strophen 1 und 4 gesungen.

 

Luxemburg hat auch eine Hymne des großherzoglichen Hauses, De Wilhelmus, die nicht zu verwechseln ist mit der niederländischen Hymne Het Wilhelmus.

 

Malta

L-Innu Malti (Hymne von Malta) ist seit 1945 die Nationalhymne von Malta. Das Lied wurde 1923 das erste Mal aufgeführt. Die Melodie wurde von Robert Sammut komponiert, der Text ist wurde von dem Schriftsteller und Priester Dun Karm Psaila ursprünglich  für eine Schulhymne geschrieben.

 

Die Regierung von Malta erklärte das Lied im Februar 1941 offiziell zur Nationalhymne. Diese Entscheidung wurde durch die nach der Unabhängigkeitserklärung (1964) durch die Verfassung erneut bekräftigt.

 

Republik Mazedonien

Denes Nad Makedonija (Денес Над Македонија / Heute über Makedonien) ist der Titel der Nationalhymne von Mazedonien. Der Text wurde 1943/44 von Vlado Maleski, einem Dichter aus Struga, verfasst. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Denes Nad Makedonija  für einige Monate die Nationalhymne des Landes, und erst 1991, als Mazedonien wieder unabhängig wurde, wurde auch die Hymne wieder eingeführt.

Montenegro

Oj svijetla majska zoro (Oh, du helle Morgenröte im Mai) ist die Nationalhymne von Montenegro. Sie war schon vorher ein populäres Volkslied der Montenegriner, das in den verschiedensten Versionen gesungen wurde. Der Text wurde 1937 von Sekula Drljevic geändert, der politisch sehr umstritten war.

 

Während der Regierungszeit von König Nikola hatte Montenegro eine offizielle Hymne und eine Volkshymne. Die offizielle war Ubavoj nam Crnoj Gori (Убавој нам Црној Гори, Auf unser schönes Montenegro). Die Musik hatte Mirko (1879-1918), der Sohn des Königs, komponiert. Die Volkshymne war Onamo, 'namo!  (Dort, dort drüben), dessen Text in den 1860er Jahren von Prinz Nikola geschrieben wurde.

 

Niederlande

Wilhelmus van Nassouwe (Wilhelm von Nassau) ist die Nationalhymne der Niederlande. Oft wird der Name mit Het Wilhelmus abgekürzt. Sie zählt zu den ältesten Nationalhymnen der Welt. Der Text der japanischen Hymne stammt aus dem 9. Jh., aber die Melodie ist nicht so alt. Der Text wurde zwischen 1568 und 1572 zu Ehren von Wilhelm I. von Oranien-Nassau während des Aufstandes gegen die Spanier (Achtzigjähriger Krieg) geschrieben. Der Autor war möglicherweise Philips van Marnix.

Als die Niederlande 1815 zum Königreich wurden, wurde dieser Text nicht als Nationalhymne gewählt, weil er zu stark mit der Partei verknüpft war, die das Haus von Oranien-Nassau unterstützte. Daher wurde zuerst in einem Wettbewerb Wien Neerlands bloed zur Nationalhymne bestimmt. Die Popularität von Het Wilhelmus schwand aber nie und 1932 wurde es schließlich doch wieder zur Nationalhymne bestimmt. Während der Okkupationszeit im Zweiten Weltkrieg war das Lied verboten.

Normalerweise wird nur die erste Strophe gesungen, bei festlichen Angelegenheiten auch die sechste Strophe.

 

Österreich

Land der Berge, Land am Strome ist die Nationalhymne von Österreich („österreichische Bundeshymne“).

Im April 1946 wurde über ein Preisausschreiben ausgeschrieben (Preisgeld 10.000 Schilling) ein "Lied hymnischen Charakters, das den neuen österreichischen Bundesstaat und seine Menschen im In- und Ausland sowohl textlich als auch musikalisch würdigt, gesucht. Auf das Preisausschreiben erfolgten etwa 1.800 Einsendungen, 29 davon gelangten in die engere Auswahl, die die Jury aber alle nicht wirklich überzeugen konnten.

Bei den Melodien erreichte das Freimaurerlied Brüder reicht die Hand zum Bunde, damals Mozart zugeschrieben, die höchste Punktzahl. Die Melodie wurde vom Ministerrat daraufhin zur Hymne erhoben. Nach neueren Erkenntnissen führender Musikwissenschaftler stammt die Melodie nicht von Mozart, sondern von einem seiner Logenbrüder, dem „Claviermeister“ Johann Holzer.

Nachdem im Oktober 1946 diese Entscheidung gefallen war, wurde gezielt Kontakt aufgenommen zu österreichischen Dichtern mit der Bitte, zu der Melodie einen Text zu verfassen und einzureichen, darunter Paula Grogger, Alexander Lernet-Holenia, Sigmund Guggenberger (damals "Öffentlicher Verwalter" des ORF-Vorläufers RAVAG), und Paula von Preradović. Letztere schrieb gerade an einem Roman, und wollte eigentlich gar keinen Text einreichen.

Die Jury entschied sich schließlich im Februar 1947 für den Text von Preradović, und ein Ministerratsbeschluss proklamierte den Text Land der Berge, Land am Strome als neue Nationalhymne. Am 7. März 1947 erklang die „Volkshymne“ (die Bezeichnung „Bundeshymne“ kam erst später auf) erstmals im Radio.

 

Polen

Mazurek Dąbrowskiego (Dabrowskis Mazurka) ist die Nationalhymne von Polen. Sie beginnt mit den berühmten Worten Noch ist Polen nicht verloren. Ursprünglich lautete der Titel Lied der Polnischen Legionen in Italien (Pieśń Legionów Polskich we Włoszech). Józef Wybicki schrieb den Text 1797 in der italienischen Stadt Reggio nell'Emilia für die Truppen von General
Jan Henryk Dabrowski in Italien. Schon 1798 wurde das Lied in allen drei Teilen Polens gesungen, 1830 und 1831 beim Novemberaufstand (Powstanie listopadowe), 1863 und 1864 beim Januaraufstand (Powstanie styczniowe), von den Polen der Emigration (Wielka Emigracja), 1905 bei der russischen Revolution sowie im Ersten und Zweiten Weltkrieg.

Seit 1927 ist der Mazurek Dąbrowskiego offiziell die Nationalhymne Polens. Der Text weicht etwas vom ursprünglichen Lied der Polnischen Legionen in Italien ab.

Der Mazurek Dąbrowskiego wurde durch Poeten, die sich mit dem kämpfenden Polen solidarisierten, in 17 Sprachen übersetzt und gesungen. Beim Völkerfrühling 1848 wurde das Lied auf den Straßen Wiens, Berlins und Prags gesungen, wo es sich großer Popularität erfreuen konnte.

 

Melodie und Text dienten dem slowakischen Poeten Samuel Tomašik 1834 als Vorlage für das Lied Hej! Slované verfasste. 1848 fand der Slawenkongress in Prag statt, wo Hej! Slované als Nationalhymne aller Slawen angenommen wurde. Nach 1945 wurde das Lied auch – allerdings mit Abweichungen im Tempo und am Schluss – auch die Nationalhymne von Jugoslawien.

 

Portugal

A Portuguesa (Das Portugal-Lied) ist die Nationalhymne von Portugal. Der Text wurde 1890 von Henrique Lopes de Mendonça verfasst, die Musik komponierte der Sohn deutsch-französischer Einwanderer Alfredo Keil.

 

Die Portuguesa wurde 1910 zur Nationalhymne erklärt und ersetzte O Hino da Carta, die Hymne der letzten portugiesischen Monarchie.

 

Rumänien

Deşteaptă-te, române! (Wach auf, Rumäne!) ist seit 1989 die Nationalhymne von Rumänien. Der Text stammt von Andrei Mureşanu und die Musik von Anton Pann. Er wurde 1848 verfasst und ursprünglich  mit dem Titel Un răsunet (Ein Echo) veröffentlicht. Das erste Mal wurde die Hymne am 1848 in Râmnicu Vâlcea gesungen. Sofort wurde sie als eine revolutionäre Hymne akzeptiert und in Deşteaptă-te, române! (Erwache, Rumäne!) umbenannt.

Da diese Hymne eine Botschaft von Patriotismus und Freiheit in sich trägt, erlangte sie neue Popularität nach der antikommunistischen Revolution von 1989, und ersetzte 1990 die von den Kommunisten verwendete Nationalhymne Trei culori (Drei Farben).

Einige Jahre lang war Deşteaptă-te, române! auch die Nationalhymne von Moldawien, wurde dort aber 1994 durch Limba Noastră (Unsere Muttersprache) ersetzt.

 

Schweden

Du gamla, Du fria (Du alter, Du freier) ist die Nationalhymne von Schweden. Die Melodie stammt aus einem alten Volkslied aus Västmanland. Nach einem Besuch in Idre in Dalarna und dem Berg Städjan dichtete Richard Dybeck den Text der ersten beiden Strophen. Die erste öffentliche Aufführung fand 1844 bei einem Konzert statt.

 

Seit den 1890er Jahren wird das Lied als Nationalhymne verwendet. Erst 1910 verfasste Louise Ahlén den Text der Strophen drei und vier. In Schweden werden normalerweise nur die ersten beiden Strophen gesungen, im Ausland, zum Beispiel bei sportlichen Ereignissen, in der Regel nur die erste.

 

Dybeck dichtete den Text zur Zeit des Skandinavismus, was erklären kann, dass das Land Schweden in den beiden ursprünglichen Strophen nicht explizit erwähnt wird, sondern nur der in Skandinavien übliche allgemeine Begriff Norden.

 

Serbien

Bože Pravde (Боже правде, Gott der Gerechtigkeit) ist die Nationalhymne von Serbien und der Republika Srpska. Der Text wurde von Jovan Đorđeviać und die Musik 1872 von Davorin Jenko geschrieben.

Bože Pravde war schon die Nationalhymne des Königreichs Serbien (1882–1918) und Teil der dreigliedrigen Nationalhymne des Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen (1918–1945; seit 1929 Königreich Jugoslawien), die sich aus den damaligen Nationalhymnen Serbiens, Kroatiens und Sloweniens zusammensetzte.

Zwischen 1945 und 2003 war Hej, Sloveni (Hey, Slawen) die Nationalhymne des alten Jugoslawien. Das Lied, das aus dem 19. Jh. stammt, hat dieselbe Melodie wie die polnische Nationalhymne. Es gab Textversionen in Serbo-Kroatisch, Slowenisch und Mazedonisch.

 

Slowakei

Nad Tatrou sa blýska (Sturm über der Tatra) ist die Nationalhymne der Slowakei. Das Lied entstand 1844 während eines Protestzugs von Studenten des Evangelisch-theologischen Lyzeums von Bratislava (Pressburg) nach Levoča (Leutschau). Die Studenten demonstrierten gegen die Absetzung ihres Lehrers Ľudovít Štúr durch die ungarische Verwaltung. Der Text stammt von Janko Matúška. Die Melodie ist die des alten Volksliedes Kopala studienku (Sie grub ein Brünnlein).

 

1920 wurde die erste Strophe des Lieds Teil der tschechoslowakischen Hymne: im Anschluss an Kde domov můj, die tschechische Hymne, wurde ohne Pause die slowakische gesungen. 1993 wurde aus den ersten zwei Strophen von Nad Tatrou sa blýska die Hymne der unabhängigen Slowakei.

Slowenien

Die slowenische Nationalhymne, Zdravljica (Trinkspruch bzw. Toast), ist ein Gedicht von France Prešeren. 1844 geschrieben und später von Stanko Premrl vertont, bringt Prešeren in ihr das slowenische und slawische Bewusstsein zum Ausdruck und propagiert die Idee des Vereinten Sloweniens. Die Zdravljica spielte eine große Rolle bei der Bildung des slowenischen Nationalbewusstseins und in der nationalen und sozialen Befreiung.

 

1989 wurde die Zdravljica vom slowenischen Parlament zur Nationalhymne bestimmt. Seit der Unabhängigkeit 1991 dient die siebente Strophe als Nationalhymne von Slowenien.

Spanien

 

Marcha Real (Königlicher Marsch) ist die Nationalhymne von Spanien. Sie ist eine der ältesten Hymnen in Europa, der Ursprung ist unbekannt. Erstmals erwähnt wird sie 1761 in dem Libro de Ordenanza de los toques militares de la Infantería Española von Manuel de Espinosa, mit dem Titel Marcha Granadera (Grenadiermarsch), aber ohne Autor.

1770 wurde die Marcha Granadera von König Karl III. zum offiziellen „Ehrenmarsch“ erklärt. In kurzer Zeit und ohne besondere Anweisung des Königs wurde sie bald als La Marcha Real  bezeichnet, da sie stets gespielt wurde, wenn der König, die Königin oder der Kronprinz öffentlich auftraten.

Die Marcha Real hat keinen offiziellen Text. Inoffiziell wurden ihr allerdings häufig Texte unterlegt, die oft große Popularität erlangten. Die ältesten Verse aus dem Jahr 1843 stammen von Ventura de la Vega. Während der Herrschaft König Alfons' XIII. (1886-1941; regierte von 1886-1931) wurden der Marcha Real Verse von Eduardo Marquina unterlegt.

Nachdem die Marcha Real während der Zweiten Republik (1931–1939) durch den Himno de Riego ersetzt worden war, führte General Franco (Franquismus) La Marcha Real in gewisser Weise wieder ein. Während seiner Diktatur (1939–1975) wurde sie manchmal mit Versen des Dichters José María Pemán gesungen. Dieser Text wurde aber nie offiziell anerkannt. In dieser Zeit des war die Marcha Real aber nur Teil des Triple Himno (dreifache Hymne), eines Medleys, welches sich aus  der carlistischen Hymne Marcha de Oriamendi, der falangistischen Parteihymne Cara al Sol und der Marcha Real zusammen setzte. Der Triple Himno erklang bis 1976 jeweils zum Sendeschluss von Radio Nacional de España.

Nach dem Ende der Franco-Herrschaft gab es zwar Bestrebungen, diesen Text auch offiziell zum Text der spanischen Nationalhymne zu erklären, doch König Juan Carlos I entschied sich dagegen.

 

Tschechische Republik

 

Kde domov můj? (Wo ist meine Heimat?) ist die Nationalhymne der Tschechei. Der Text stammt aus dem Theaterstück Fidlovačka von Josef Kajetan Tyl, das 1834 in Prag uraufgeführt wurde, die Melodie wurde von František Škroup komponiert. Sie besteht aus zwei Strophen, wobei allerdings die zweite auch in der breiten Öffentlichkeit kaum bekannt ist.

Zu Zeiten der Tschechoslowakei (1919-1993) bestand die Nationalhymne aus der tschechischen Hymne, an deren Anschluss die slowakische Hymne Nad Tatrou sa blýska gesungen wurde.

Die Hymne hat Rainer Maria Rilke geschätzt und sie in zwei Gedichten in der Sammlung Larenopfer (1895) gewürdigt.

 

Türkei

Der İstiklâl Marşı (Freiheits- bzw. Unabhängigkeitsmarsch) ist seit 1921 die Nationalhymne der Türkei und - seit ihrer Unabhängigkeitserklärung 1983 - auch der Türkischen Republik Nordzypern, sowie von 1938 bis 1939 der Republik Hatay.

 

Vers und Musik des İstiklâl Marşı wurden in einem Wettbewerb ausgewählt. Der Verstext stammt von dem Dichter Mehmet Akif Ersoy. 24 Komponisten beteiligten sich an einem weiteren Wettbewerb zur Auswahl der Musik, in dem die Melodie von Ali Rıfat Çağatay gewann. 1929 änderte man sie, und singt die Hymne seither zu einer Komposition des Leiters des Symphonieorchesters des Präsidenten, Osman Zeki Üngör. Nur die ersten beiden Strophen werden als Hymne gesungen.

 

Ungarn

Der offizielle Name der Nationalhymne von Ungarn ist Himnusz (Isten áldd meg a magyart [Gott schütze die Ungarn]). Der Text wurde 1823 von Ferenc Kölcsey als Gedicht mit dem Untertitel A magyar nép zivataros századaiból (Aus den stürmischen Jahrhunderten des ungarischen Volks) geschaffen und ist vom damaligen Zeitgeist geprägt. Weniger kriegerisch als andere Hymnen enthält der Text in seiner ersten Strophe ein Gebet an Gott, Ungarn beizustehen und ihm eine glücklichere Zukunft zu schenken, denn „dieses Volk hat schon für Vergangenheit und Zukunft (genug) gebüßt“.

Um Kölcseys sehr bald populär gewordenen Himnusz zu vertonen, ließ der Direktor des Ungarischen Nationaltheaters 1844 einen Wettbewerb durchführen. Preisgekrönt wurde der Vorschlag von Ferenc Erkel, einem ungarischen Opernkomponisten. Schon während des Aufstandes von 1848/1849 verbreitete sich das Lied schnell, doch  erst 1903 erhielt es offiziell den Status einer Nationalhymne. Fachleute bezeichnen die Melodie als eine der musikalisch wertvollsten Nationalhymnen - allerdings ist sie mit dem großen Tonumfang von über einer Oktave auch recht schwierig zu singen. Dem religiösen Inhalt des Textes gemäß wird die Nationalhymne noch heute jeweils am Ende eines Gottesdienstes angestimmt.

Typisch für die repressive Nationalitätenpolitik des damaligen Ungarn und obwohl 1850 nur 41% der Bevölkerung des Königreiches ungarischer Muttersprache waren, existierte stets nur eine ungarische Fassung des Textes; auch Deutsche, Slowaken, Ruthenen, Rumänen usw. mussten die Hymne also auf Ungarisch singen. Dagegen existierten für die zahlreichen Minderheiten der Österreichischen Reichshälfte offizielle Fassungen der Kaiserhymne.

Da der Text dem kommunistischen Regime der Nachkriegszeit aus verständlichen Gründen nicht passte, versuchte man 1949, nach der Ersetzung des alten Wappens, auch eine neue Hymne einzuführen. Dazu sollte der Schriftsteller Gyula Illyés den Text und der Komponist Zoltán Kodály die Melodie verfassen. Die Idee einer neuen Hymne wurde jedoch von Kodály mit den Worten „Wozu? Die alte ist doch gut!“ ein für allemal abgelehnt. Auch der Versuch, den Himnusz durch den unverfänglicheren und ebenfalls populären Szózat zu ersetzen, misslang.

Von den acht Strophen der Hymne wird nur die erste gesungen. Sie wird traditionell zum Jahreswechsel im ungarischen Fernsehen und im Radio gespielt.

 

Vereinigtes Königreich

 

God Save the Queen! (Gott schütze die Königin!) bzw. God Save the King! (Gott schütze den König!) ist seit Anfang des 19. Jh.s die Nationalhymne des Vereinigten Königreichs; weiters ist sie eine der zwei Nationalhymnen von Neuseeland und die Königshymne aller Commonwealth Realms. Daneben gelten das Lied Rule Britannia und Arthur C. Bensons Land of Hope and Glory zur Melodie von Sir Edward Elgars Marsch Pomp and Circumstance No.1 als „inoffizielle“ Nationalhymnen Großbritanniens.

 

Die Urheberschaft für Text und Melodie wurde vom Sohn Henry Careys für seinen Vater beansprucht. Während der Text durchaus von ihm stammen könnte, ist der Ursprung der Melodie unklar geblieben. Manche Quellen verweisen auf den Komponisten John Bull oder den Franzosen Jean-Baptiste Lully oder sogar anonyme Wurzeln in einem schweizerischen Militärmarsch. Carey soll jedenfalls bei der Komposition die Hilfe seines Freundes Smith in Anspruch genommen haben, der ein Schüler von Georg Friedrich Händel war und der ihm die Bassstimme korrigierte.

Die offizielle Uraufführung in einem Arrangement von Thomas Arne fand 1745 zu Ehren von König George II. von Hannover statt. Ein Jahr zuvor war das Lied im Thesaurus Musicus mit der einfachen Überschrift „Für zwei Stimmen“ abgedruckt worden. Während der Rebellion Schottlands 1745 wurde das Lied in allen königlichen Theatern gesungen und dadurch allgemein bekannt. Auch die Jakobiten nahmen das Lied mit der Änderung God save great James our king an.

Liechtenstein verwendet seit 1850 (vor den Engländern) für seine Nationalhymne Oben am jungen Rhein (bis 1963: Oben am deutschen Rhein) die gleiche Melodie. Bei der bis 1961 gesungenen Schweizer Nationalhymne Heil dir Helvetia und der Kaiserhymne des Deutschen Reiches von 1871 bis 1918 Heil dir im Siegerkranz entsprach die Melodie ebenfalls der britischen Hymne. Ebenso diente sie zwischen 1816 und 1833 in Russland unter dem Titel Molitwa Russkich (Gebet der Russen) als Zarenhymne. Auch das Königreich Bayern verwendete die Melodie für seine Königshymne Heil unserm König, Heil, und auch in Island wurde die Melodie für die frühere Nationalhymne benutzt, bis mit der Lofsöngur eine eigene Hymne geschaffen wurde.

 

Zypern

Der Ymnos is tin Eleftherian (Ύμνος είς την Ελευθερίαν, Ode an die Freiheit) wurde 1823 von Dionysios Solomos geschrieben und hat 158 Strophen. Die Musik komponierte Nikolaos Mantzaros. 1865 wurden die ersten zwei Strophen zur Nationalhymne von Griechenland erklärt. Sie wird seit 1960 auch als Nationalhymne der griechischen Republik Zypern genutzt.

 

Mini-Staaten

Andorra

 

El Gran Carlemany (Karl der Große) ist seit 1914 die Nationalhymne von Andorra. Der Text stammt von Joan Benlloch i Vivo (1864–1926), die Musik von Enric Marfany Bons (1871–1942).

 

Liechtenstein

Oben am jungen Rhein (bis 1963: Oben am deutschen Rhein) ist seit 1920 die Nationalhymne von Liechtenstein. Der Text wurde 1850 von Jakob Josef Jauch geschrieben, einem Schweizer, der als Kaplan in der Gemeinde Balzers tätig war. Die Melodie der Hymne ist identisch mit jener der Nationalhymne von Großbritannien.

 

Früher war es Brauch, beim Ertönen der Zeile „Hoch leb’ der Fürst vom Land“ den rechten Arm in die Höhe zu strecken. Da dies aber Assoziationen zum Hitlergruß weckt, wird dieses Armausstrecken heutzutage kaum mehr praktiziert.

 

Monaco

Die Hymne Monégasque ist die Nationalhymne von Monaco. Die erste Fassung (Text und Musik) stammt von Theophile Bellando (1820-1903), der sie 1841 verfasste. Später hat Castil-Blaze die Melodie ein wenig geändert. 1848 hat die Nationalgarde, die von Prinz Charles III ins Leben gerufen worden war, das Lied zum Marsch der Nationalloyalisten gemacht. 1896 hat Charles Albrecht die Melodie erneut verändert, und das neue Lied wurde Air National de Monaco genannt. 1897 wurde das Werk in Nizza gedruckt unter dem Titel Hymne National de Monaco.

 

Jahre später hat Francois Bellini eine Orchesterfassung des Liedes von Charles Albrecht erstellt. Da diese Version vielen zu lang erschien, gab man sie 1900 wieder auf. Die moderne Version wurde 1914 von dem Dirigenten Leon Jehin geschaffen und im gleichen Jahr beim 25jährigen Thronjubiläum Prinz Albert I. zum ersten Mal aufgeführt. 1931 schuf Louis Notari einen Text in monegassischer Sprache, der zwar heute die offizielle Hymne ist, der aber selten gesungen wird.

 

San Marino

Der Inno Nazionale della Repubblica (Nationalhymne) ist die Nationalhymne von San Marino. Sie wurde von Federico Consolo, einem san-marinesischen Violinisten und Komponisten geschrieben und 1894 zur Nationalhymne bestimmt. Sie hat keinen Text und wird daher auch einfach nur Inno Nazionale genannt.
Vatikan Stadt (Heiliger Stuhl)

Der Inno e Marcia Pontificale (Hymne und Pontifikalmarsch) wurde im Jahr 1950 aus Anlass des Heiligen Jahres zur Nationalhymne der Vatikanstadt erhoben. Offiziell als Hymne intoniert wurde der Inno bereits am 24. Dezember 1949. Er ersetzte die alte Hymne von Vittorino Hallmayr, die Gran Marcia Trionfale (Großer Triumphmarsch) aus dem Jahr 1857.

 

Der italienische Text stammt von Monsignore Antonio Allegra (1905–1969), die Melodie wurde von Charles Gounod (1818–1893) komponiert. Diese Melodie wurde schon im April 1869 in Gegenwart von Papst Pius IX. erstmals intoniert, konnte aber 81 Jahre lang die Hallmayr-Hymne nicht ersetzen. 1993 wurde erstmals eine lateinische Fassung öffentlich aufgeführt.

 

Nicht-Mitglieder

Albanien

 

Himni i Flamurit (Hymne der Fahne) ist die Nationalhymne von Albanien. Der Text stammt von Aleksander Stavre Drenova (1872–1947). Die 1880 von dem Rumänen Ciprian Porumbescu (1853–1883) komponierte Musik, wurde gemeinsam mit dem 1912 entstandenen Text von Drenova zur Nationalhymne gewählt.

Es gibt zwei Versionen der Hymne: eine längere und eine kürzere. Die zweite Strophe wird am Ende als Refrain nochmals wiederholt. Die Kurzversion, die bei sportlichen Wettkämpfen gespielt wird, beinhaltet nur die ersten zwei Strophen. In diesem Fall werden als Refrain die letzten zwei Zeilen der zweiten Strophe am Ende wiederholt. Das Originalgedicht von Drenova hat noch drei weitere Strophen, die aber nicht Teil der Hymne sind.

 

Armenien

Die Nationalhymne Mer Hayrenik (Unser Vaterland) wurde 1991 vom Obersten Sowjet der Republik Armenien eingeführt. Sie basiert auf der Hymne der Ersten Armenischen Republik (1918-1922), hat aber einen anderen Text. Dieser stammt von dem Dichter Mikael Nalbandian (1829-1866), die Musik wurde komponiert von Barsegh Kanachyan (1885-1967).
Aserbaidschan

Die aserische Nationalhymne heißt Aserbaidschan! Aserbaidschan! (Azərbaycan, Azərbaycan!). Der Text wurde von Ahmed Javad geschrieben und die Melodie ist eine Komposition von Üzeyir Hacıbäyov. Die Hymne wurde 1918/19 für die Demokratische Republik Aserbaidschan komponiert und 1991 nach der wiedererlangten staatlichen Unabhängigkeit erneut zur Nationalhymne erklärt.
Bosnien-Herzegowina

Seit 1998 ist Intermeco (Intermezzo) ist die Nationalhymne von Bosnien-Herzegowina. Die Musik stammt von Dušan Šestić. Es gibt keinen Text dazu.

Diese Hymne wurde 1998 mit der neuen Flagge eingeführt, da die 1992 (nach der Unabhängigkeit eingeführte) und von dem bosnischen Musiker und Liedermacher Dino Merlin (bürgerlicher Name: Edin Dervišhalidović) komponierte Nationalhymne, Jedna si jedina (Eine bist du, Einzige!), vom der serbischen und kroatischen Bevölkerung abgelehnt wurde.

 

Georgien

Der Titel der neuen Nationalhymne von Georgien ist Tawisupleba (თავისუფლება; Freiheit). Sie wurde 2004 vom georgischen Parlament verabschiedet und im September des gleichen Jahres uraufgeführt. Der Text stammt von Davit Magradse, die Melodie entstand aus einem Arrangement von Motiven aus den Opern Abesalom da Eteri (Abesalom und Eteri) 1919) sowie Daisi (Einbruch der Nacht, 1923) von Sachari Paliaschwili, zusammengestellt von Joseb Ketschakmadse.

Tawisupleba ersetzt die frühere Nationalhyme Dideba sezit kurteuls (დიდება ზეცით კურთეულს; Gepriesen sei der himmlische Spender der Segnungen). Diese wurde bereits von der Ersten Republik Georgiens (1918-1921) verwendet. Weil sich Georgien in der Rechtsnachfolge dieses Staates sieht, wurde sie 1991 zunächst übernommen. Nach Auffassung von Präsident Micheil Saakaschwili ähnelte die frühere Melodie zu stark der deutschen Nationalhymne, und daher gab er bei Kulturschaffenden des Landes eine neue Hymne in Auftrag.

 

Kosovo

Die Hmyne des Kosovo heißt Europa. Sie hat keinen Text. Die Musik stammt von dem kosovarischen Kmoponisten Mendi Mengjiqi. Im Juni 2008 wählten die Abgeordneten des Parlaments aus drei Liedern, die in einem Wettbewerb in die engere Auswahl gekommen waren, dieses aus. Bedingung des Wettbewerbs war, dass das Lied nicht einer bestimmten ethnischen Gruppe huldigt.
Moldawien

Limba Noastră (Unsere Sprache) ist seit 1994 die Nationalhymne von Moldawien. Der Text wurde von Alexei Mateevici (1888–1917) geschrieben und von Alexandru Cristea (1890–1942) vertont. Der Originaltext besteht aus zwölf Strophen, davon wurden fünf für die Hymne ausgewählt (Strophe 1, 2, 5, 9 und 12).

 

Von 1991 bis 1994 verwendete Moldawien die rumänische Hymne Deşteaptă-te, române! (Wach auf, Rumäne!).

 

Norwegen

Ja, vi elsker dette landet (Ja, wir lieben dieses Land) ist der Titel der Nationalhymne von Norwegen. Der Text wurde zwischen 1859 (erste Fassung) und 1868 vom späteren Literatur-Nobelpreisträger Bjørnstjerne Bjørnson in Riksmål verfasst. Die Melodie stammt von seinem Vetter Rikard Nordraak.

 

Zum ersten Mal öffentlich gesungen wurde die Hymne am 1864 in Eidsvoll anlässlich der Feiern zum 50. Jahrestag der norwegischen Verfassung. Meist werden nur die erste und die beiden letzten Strophen gesungen.

 

Russland

Die Gimn Rossijskoi Federazii (Гимн Российской Федерации / Hymne der russischen Föderation) ist seit 2000 die Nationalhymne der Russischen Föderation. Der Text wurde von Sergei Michalkow gedichtet. Die Melodie stammt von Alexander Alexandrow. Sie wurde 2000 durch den russischen Präsidenten Wladimir Putin ausgetauscht und ersetzte das Patriotische Lied (Патриотическая песня / Patriotitscheskaja Pesnja) welches von 1991 bis 2000 die Nationalhymne der Russischen Föderation war. Zum Amtsantritt von Präsident Putin wurde sie erstmals offiziell gespielt.

 

Diese Hymne ist der Gimn Sowjetskowo Sojusa, welche die Nationalhymne der Sowjetunion war, sehr ähnlich. Die Melodie ist gleich geblieben, den Text hat Sergei Michalkow selbst umgeschrieben.

 

Schweiz

Trittst im Morgenrot daher (auch genannt: Schweizerpsalm) ist die Nationalhymne der Schweiz. Sie wird oft auch Landeshymne genannt. Das Lied wurde 1841 von Alberich Zwyssig, einem Zisterziensermönch des Klosters Wettingen zu einem Text von Leonhard Widmer komponiert. Zwyssig wählte den Messegesang Duligam te Domine (Ich will Dich lieben, Herr), den er 1835 für eine Pfarrinstallations-Feier komponiert hatte, und gab ihm den heute bekannten Namen Schweizerpsalm. Es gibt einen deutschen, französischen, italienischen und rätoromanischen Text.

 

Bereits 1837 war das Lied im „Festheft der Zürcher Zofinger für die Feier der Aufnahme Zürichs 1351 in den Schweizerbund“ enthalten.  Die Melodie war sehr beliebt und wurde häufig bei patriotischen Feiern gesungen. Zwischen 1894 und 1953 gab es mehrere Versuche, das Lied offiziell zur Nationalhymne zu erheben. Aber der Bundesrat lehnte ab mit der Begründung, dass das Volk selbst seine Nationalhymne wählen sollte. Neben dem Schweizerpsalm existierte das ebenfalls sehr beliebte Lied Rufst Du mein Vaterland (Heil dir, Helvetia!), welches zur Melodie von God Save the Queen gesungen wurde. Den Text dazu hatte der Berner Dichter Johann Rudolf Wyss verfasst. Mit der Zunahme von internationalen Kontakten im 20. Jh. führte dies jedoch bei sportlichen und diplomatischen Anlässen zu Missverständnissen, was schließlich den Wunsch nach einer eigenständigen Hymne verstärkte.

 

1961 erklärte schließlich der Bundesrat den Schweizerpsalm zu einer unverwechselbaren und rein schweizerischen Schöpfung und daher zur provisorischen Nationalhymne. Nach drei Jahren Probezeit sprachen sich sechs Kantone gegen und zwölf für die neue Hymne aus, während sieben eine Verlängerung der Probezeit vorschlugen. 1965 erfolgte die vorläufige Anerkennung des Schweizerpsalms als Nationalhymne, und 1981 wurde er offiziell zur Hymne erklärt.

 

Ukraine




Schtsche ne wmerla Ukrajiny (Ще не вмерла України; Noch ist die Ukraine nicht gestorben) ist der Titel der Nationalhymne der Ukraine. Der ukrainische Ethnograph, Folklorist und Dichter Pawlo Platonowytsch Tschubynskyj schrieb das patriotische Gedicht 1862. Der Text wurde zur Hymne, lange bevor die Ukraine ein eigenständiger Staat wurde. Tschubynskyj  allerdings wurde „wegen seines schädlichen Einflusses auf die Gedanken des Volkes“ unter Polizeiaufsicht gestellt und in das Gouvernement Archangelsk umgesiedelt.

1863 wurde das Gedicht erstmals in der Lemberger Zeitschrift Мета (Ziel) veröffentlicht. Der katholische Priester Michailo Werbyzkyj, der auch ein bekannter Komponist seiner Zeit war, war so begeistert, dass er eine Melodie dazu komponierte, zunächst für Singstimme, später mit Orchesterbegleitung. 1865 wurde das vertonte Gedicht mit Noten veröffentlicht.

1917 wurde das Lied zur staatlichen Hymne der jungen ukrainischen Volksrepublik; während der Zeit der kurzen Unabhängigkeit zwischen 1917 und 1920 wurde sie jedoch nicht offiziell als Staatshymne festgelegt; es gab mehrere Stücke, die als Nationalhymnen dienten.

Nach dem Zerfall der Sowjetunion und der Gründung einer unabhängigen Ukraine (1991) wurde die Musik Werbyzkyjs in der Verfassung als Nationalhymne festgelegt, die Entscheidung über den Text aber dem Gesetzgeber überlassen. So daeurte es bis 2003, bis Präsident Leonid Kutschma ein Gesetz „Über die Nationalhymne der Ukraine“ erließ, welches die erste Strophe und den Refrain des Gedichtes von Tschubynskyj in leicht variierter Form zum Hymnentext erklärte.

 

Die erste Strophe enthielt ursprünglich die Worte Noch ist die Ukraine nicht gestorben, weder Ruhm noch Freiheit; durch eine geringfügige Änderung heißt es jetzt: Noch sind der Ukraine Ruhm und Freiheit nicht gestorben. Außerdem wurde in der zweiten Zeile der Begriff „ukrainische Brüder“ in „junge Brüder“ abgeändert: hier wurde berücksichtigt, dass in der Ukraine auch Menschen nicht ukrainischer Nationalität leben. Gleichzeitig verstärkt der Begriff jedoch die starke Verbundenheit mit der „kosakischen“ Vergangenheit, dem Mythos des starken, brüderlichen Zusammenlebens im Kosakenstaat.

 

Weißrussland

My Belarusy (Мы, беларусы; Wir, die Weißrussen) ist der inoffizielle Titel der Nationalhymne von Weißrussland. Der Titel stammt aus der ersten Zeile des Textes.

Die Komposition von Niescier Sakałoŭski war bereits ab 1955 die Hymne der Weißrussischen SSR. Der Text stammte von dem Schriftsteller Mihas' Klimkowitsch (1899-1954). Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurde der Text der Hymne nicht mehr gesungen. 2002 wählte Präsident Aljaksandr Lukaschenka, nach einem Wettbewerb einen Neu-Adaption des Textes aus, welche von Vladimir Karysna (geb. 1938) erstellt worden war. 

 

Da ihr nun so viel über Hymnen in Europa gelernt habt, wird euch eine Unterrichtsstunde über Hymnen in der ganzen Welt sicher Spaß machen.

© Dr. Susanne Pratscher und die Schülerinnen und Schüler der AIVa (2003/04)

 

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