Austria meets Belarus  

Entdeckungsreise nach Smorgon 2010

 

Schon im Herbst 2009 hatte ich gemeinsam mit Valdimir Pläne für ein Treffen entworfen. Da die Finanzierung gesichert war, beschloss ich, zu Beginn des Schuljahres 2010/11, von 13.-19. September 2010, nach Weißrussland zu fahren. Vladimir bat mich, Informationen über folgende Themen mitzubringen: meine Schule, das österreichische Schulsystem, das ENIS Netzwerk, Europaprojekte im allgemeinen und Übungsfirmen in den österreichischen berufsbildenden Schulen.

 

Um die Reise antreten zu können, musste ich bei der weißrussischen Botschaft in Wien ein Visum beantragen, welches ich innerhalb einer Woche ausgestellt bekam. So konnte ich am 13. September wie geplant aus Wien abreisen und erreichte nach 90 Minuten Flug Minsk. Dort wurde ich von Vladimir willkommen geheißen, dem es gelungen war, von der lokalen Schulbehörde in Smorgon einen Kleinbus samt Chauffeur zu organisieren. Die Fahrt dauerte ebenfalls eineinhalb Stunden.

 

Nachdem ich mein Zimmer im Hotel Smorgon bezogen hatte, machte ich erste Bekanntschaft mit der weißrussischen Küche: die sehr schmackhafte Speise, die wir in einem Restaurant einnahmen, hieß Babka

 

Am 14. September holte mich Vladimir in der Früh vom Hotel ab. Zuerst gingen wir zur bank, wo ich Euros in Weißrussische Rubel umwechselte. Die Währung ist in Österreich nicht erhältlich, weil sie weder ein- noch ausgeführt werden darf. Das Gebäude, in dem sich die Bank befindet, hat in Smorgon historische Bedeutung. Während des WK II befand sich hier der Eingang in das Ghetto von Smorgon. Daher gibt es auch eine Gedenktafel am Gebäude.

 

Von der Bank gingen wir weiter ...

... zum Lenin-Denkmal, das vor dem Rathaus steht, ...

... und zu dem Denkmal, welches anlässlich der 500-Jahr-Feier der Stadt Smorgon errichtet wurde.
Nun war es Zeit, ins Gymnasium N4 zu gehen, wo ich von Iryna Dureiko, der Direktorin, herzlich willkommen geheißen wurde. Sie informierte mich über das weißrussische Schulsystem im allegemeinen und über ihre Schule im besonderen. Nach diesem Gespräch, in welchem Vladimir unser Dolmetscher war, machte mich Iryna mit ihrer Stellvertreterin Ludmila bekannt, die perfekt Englisch spricht und mich durch das Schulhaus führte.
Sie erklärte mir, dass die jüngeren Schülerinnen und Schüler immer im gleichen Klassenraum unterrichtet werden, während die höheren Klassen je nach Stundenplan von Funktionsraum zu Funktionsraum wechseln. So wie in den USA bleibt dann der jeweilige Lehrer in seiner Klasse.
Ludmila machte mich schließlich mit Julia bekannt, einer Schülerin der 11. Klasse, die ein Jahr in Deutschland zur Schule gegangen ist und perfekt Deutsch spricht. Sie führte mich durch das in der Schule befindliche Museum, welches eine Vielzahl von Information über die Geschichte von Smorgon bietet und von Larisa, einer Geschichte-Professorin geleitet wird. Sie ist zwar schon in Pension, aber das Museum betreut sie mit viel Elan weiter. Einige der ausgestellten Uniformen hat Vladimir dem Museum zur Verfügung gestellt.
Nun war es Zeit fürs Mittagessen. Diesmal ging Vladimir mit mir in ein sehr hübsches staatliches Restaurant, wo wir gebratenes Schweinefleisch mit Kartoffelpüree und Gemüse bestellten. Was wir bekamen, hieß zwar nicht Schnitzel, sah aber genauso aus.
Am Nachmittag kamen mehr als 70 Kolleginnen und Kollegen aus allen Schulen der Stadt im Theatersaal des Gymnasium N4 zusammen, um zuerst einer weißrussischen Kollegin, Irina, zuzuhören und dann mir. Irina, die 2005 zur Lehrerin des Jahres gewählt worden war, hatte Gelegenheit gehabt, an einer Konferenz in Kasachstan teilzunehmen, bei der diverse Möglichkeiten des e-learnings und von Kooperationen mit Schulen in den Länder der GUS diskutiert worden waren.
Im Anschluss an Irinas Präsentation stellte ich den Kolleginnen und Kollegen eine Vielzahl von Möglichkeiten für Projekte vor, mit denen sie den Schülern Europa im Klassenzimmer näherbringen können. Weiters waren sie sehr daran interessiert, mehr über das österreichische Schulsystem zu erfahren und zu hören, wie wir Projekte in unseren Stundenplan einbauen.

Registrierungshaus
Nach den Präsentationen waren wir mit der Direktorin, Iryna Dureiko, in Smorgon unterwegs. Zuerst besuchten wir das sog. Registrierungshaus, ein sehr interessantes Gebäude, wo nicht nur die zivilen Trauungen stattfinden, sondern wo junge Eltern auch ihre neugeborenen Babies registrieren lassen. Die Direktorin dieses neuen Gebäudes informierte uns, dass es sich um das schönste seiner Art in Weißrussland handelt, und dass junge Paare aus dem ganzen Land sich hier trauen lassen.
Natürlich wollen viele Weißrussen - so wie Menschen überall auf der Welt - auch kirchlich heiraten. Die Russisch Orthodoxe Kathedrale ist gegenüber dem Registrierungshaus. Diese Kirche besuchten wir als nächstes.

Von hier konnten wir quer durch einen sehr schön angelegten Park, vorbei an einem Denkmal für den weißrussischen Schriftsteller Francisak Bahusevic und an einem Amphitheater, zur  Römisch-katholischen Kathedrale gehen, die ursprünglich als Calvinistische Kirche gebaut worden war.

Orthodoxe Kathedrale

Römisch-katholische Kathedrale
Eine junger Salesianer Mönch führte uns herum und erklärte uns, welch vielfältige Funktionen das Gebäude im Lauf der Jahrhunderte gehabt hat. Er zeigte uns auch das nebenan gelegene Jugendzentrum, wo Kinder und Jugendliche nicht nur den Religionsunterricht besuchen können, sondern auch zahlreiche Freizeitaktivitäten setzen können.

Schließlich brachten mich Iryna und Vladimir ins Hotel zurück. Später holte mich Vladimir wieder ab, und wir gingen zum Abendessen in ein nahe gelegenes Restaurant, wo wir gebratenes Schweinefleisch mit Käse überbacken, garniert mit Kartoffelpüree und Gemüse aßen.
Die weißrussische Küche ist reich an Kartoffelspeisen und sehr bekömmlich!

Der 15. September war ein langer aber auch sehr interessanter Tag. In der Früh holte mich Vladimir vom Hotel ab und wir gingen ins Gymnasium N4. Im Schulgarten konnte ich den Baum bewundern, den Vladimir 2004 mit seinen Schülerinnen und Schülern als Zeichen der Freundschaft zwischen unseren beiden Schulen gepflanzt hat. Er ist gut gewachsen!
Um 10 Uhr verließen wir gemeinsam mit 9 Schülerinnen und Schülern der 10. und 11. Klasse und mit Galina, der Kollegin, die mit den Jugendlichen Theateraufführungen einstudiert, die Schule. Unser erstes Ziel war das sehr eindrucksvolle Freilichtmuseum an der sog. Stalin-Linie in der Nähe von Zaslavl, 35km nördlich von Minsk.
Die Stalin Line, die von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer verlief, bestand aus 23 befestigten Abschnitten. Vier davon befanden sich im heutigen Weißrussland, und der Abschnitt in der Nähe von Zaslavl wurde 2005 restauriert und als Militärmuseum eröffnet.

Die 9 Jugendlichen hießen mich herzlich in ihrem Kreis willkommen. Verständlicherweise waren sie anfangs ein bisschen scheu, aber das legte sich bald. Im Lauf des Tages, wurden sie immer gesprächiger. Einer von ihnen, Dima, hatte besonders viele Fragen an mich. Er möchte nach der Matura Wirtschaftswissenschaften studieren.

Staatsoper
Zu Mittag kamen wir in Minsk an, wo wir zwei Stunden Zeit hatten einen ersten Eindruck zu gewinnen. Die Jugendlichen waren besonders daran interessiert, zu McDonald's zu gehen. Auf dem Weg in die Stadt kamen wir an der Staatsoper vorbei. In der Nähe befindet sich auch das Denkmal für den Schriftsteller Maksim Bahdanovitsch.

Wir besuchten auch ein sehr eindrucksvolles Denkmal, das für die Soldaten errichtet wurde, die ihre Leben im Afghanistan-Krieg verloren haben: die sog. Insel der Tränen.

Nachdem wir in einem winzigen Self-Service-Restaurant eine Fleischtasche mit Pilzen und Karotten gegessen hatten, mussten wir zu der Stelle zurückkehren, wo der Busfahrer uns abgesetzt hatte.

Insel der Tränen
Wir setzten unsere Fahrt fort in Richtung Nordosten zur Nationalen Gedenkstätte von Chatyn. Das Dorf Chatyn wurde, so wie mehr als 600 weitere Dörfer in der Sowjetunion, während des WK II von Truppen des Dritten Reiches niedergebrannt. Mehr als 186 dieser Dörfer sind von der Lankarte verschwunden: sie wurden nie wieder aufgebaut.

Die sehr eindrucksvolle Gedenkstätte von Chatyn, wo wir zuerst ein kleines Museum besuchten, erinnert an alle Opfer dieser Gräueltaten.
Die Anlage wird beherrscht von der 6m hohen Skulptur Der unbesiegte Mann, die an den einzigen überlebenden Erwachsenen des Massakers von Chatyn, den Schmied Joseph Kaminsky, erinnert: Stunden nach dem Brand hatte er seinen schwer verwundeten Sohn in den Trümmern gefunden, der kurz danach starb.

Wir kamen ziemlich spät nach Smorgon zurück, und ich besuchte mit Vladimir wieder einmal ein privates Restaurant, wo wir ein köstliches Abendessen serviert bekamen: mit Fleisch gefüllte Kartoffelpuffer.
Am nächsten Tag, dem 16. September, holte mich Vladimir um 8.30 Uhr vom Hotel ab, von wo es nur ein kurzer Fußweg zum Gymnasium N4 war. Zwei Englisch-Lehrerinnen hatten mich eingeladen, um 8.45 in ihre Stunde zu kommen. Einige der Schüler der 11. Klasse kannte ich ja schon. Die Jugendlichen hatten eine Menge Fragen: über unsere Schule, über unseren Fremdsprachenunterricht, wie mir Weißrussland gefällt, was ich schon von Smorgon gesehen hatte u.v.m. Die Zeit war viel zu kurz!
Die nächste Stunde verbrachte ich mit Schülerinnen und Schülern der 5. Klasse. Ihre Englisch-Lehrerin, Natalya, übte mit ihnen Vokabeln und Redewendungen, die mit dem Thema "Reise" zu tun haben. Sie berichteten über Reisen, die sie im Sommer unternommen hatten und definierten die wichtigsten Regeln, die Reisende beachten sollten. Es war eine sehr unterhaltsame Stunde.

Zum Abschluss ermutigte Natalya ihre Schülerinnen und Schüler, mir Fragen zu stellen - und es entwickelte sich eine lebhafte Diskussion über mein Lieblingsessen, meine Lieblingsfarbe, meinen liebsten Wochentag etc. und über unsere beiden Heimatstädte.
Nach einer kurzen Pause hießen mich sämtliche Englisch-Lehrerinnen des Gymnasium N4 bei Tee und Kuchen willkommen. Sie hatten den Tisch sehr liebevoll gedeckt und selbst Kuchen gebacken. In lockerer Atmosphäre entwickelte sich ein interessantes Gespräch über internationale Projekte. Natürlich wollten die Kolleginnen auch mehr über meine Schule erfahren.

Schließlich wurde ich noch von einer Absolventin des Gymnasium N4, die jetzt Journalistin bei einer Smorgoner Zeitung ist, interviewt. Hier könnt ihr den Artikel lesen.
Die letzte Stunde dieses Vormittags verbrachten wir im Freien, mit der Biologielehrerin Irina und ihren Schülerinnenn und Schülern aus der 7. Klasse. Sie hatte eine sehr lebendige Stunde für den Schulgarten vorbereitet: die Jugendlichen lernten eine Menge über Büsche und Bäume - sowohl über die Blätter als auch über die Früchte. Die Klasse wurde in vier Gruppen aufgeteilt. Jede Gruppe musste ihr "Territorium" abstecken, eine Karte zeichnen und Blätter, Früchte und Samen sammeln.

Zum Abschluss konnten sie ihre Ergebnisse präsentieren und in einem kleinen Wettbewerb unter Beweis stellen, was sie gelenrt hatten.
Zu Mittag gingen Vladimir und ich in das staatliche Restaurant, wo wir zwei Tage zuvor schon einmal gewesen waren.

Nach dem Mittagessen hatten wir ein bisschen Zeit, uns auszurasten. Um 16 Uhr holten mich Vladimir und seine Direktorin Iryna Dureiko mit dem Auto ab. Wir fuhren aufs Land, in ein kleines Dorf nicht weit von Smorgon, das Vojnidenjati heißt und wo Vicenci Mahnach einen Ökö-Bauernhof betreibt.
Er bietet einiges an Attraktionen für Ökotouristen. Man kann sich ein Reitpferd ausleihen, Volleyball und Fußball spielen; kleine Kinder können schaukeln und in einem ziemlich großen Teich auch schwimmen lernen. Wer nach all dem Sport hungrig ist, kann in einem riesigen wetterfesten Zelt ein Lagerfeuer entfachen und sein Essen über dem offenen Feuer rösten. Genau das taten wir, nachdem zuerst Vicencis Sohn Oleg und dann der Vater selbst uns den Bauernhof gezeigt hatten.
Vincenci weiß sehr viel über die Region und hat in dem Zelt eine Vielzahl an Fotos gesammelt.

A Dachboden seines Hauses hat er ein interessantes kleines Museum eingerichtet, wo man zahlreiche bäuerliche Geräte besichtigen kann, die früher verwendet wurden, um Milch und Flachs zu verarbeiten und um Schnaps zu brennen. Vincenci findet immer wieder solch alte Gerätschaften in den Dörfern der Region Grodno. In dem kleinen Museum stießen auch noch zwei jüngere Buben zu uns, und einer davon, Sergej, erklärte uns die einzelnen Schritte der Flachsproduktion.
Während Iryna and Vicenci im Zelt im offenen Kamin das Feuer anzündeten, über dem später Huhn geröstet wurde, machten Valdimir und ich einen kleinen Spaziergang zum nach gelegenen Fluss Vilnia, der nicht nur durch Smorgon fließt, sondern auch durch das Dorf Vojnidenjati.

Später, während wir das leckere Abendessen genossen, das Iryna vorbereitet hatte, brach ein Gewitter los. Vicenci schloss den Zelteingang mit einer festen Plane, und wir konnten gemütlich sitzen bleiben und das Ende des Gewitters abwarten.

Oginski Landgut in Zalesye
Am 17. September in der Früh schien schon wieder die Sonne und wir hatten perfektes Wetter für eine weitere Exkursion. Um 9 Uhr holten mich Iryna und Ludmila vom Hotel ab und wir fuhren nach Zalesye: das ist eine kleine Ortschaft nicht weit von Smorgon, wo wir einen einst wunderschönen Landsitz besichtigten, der dringend renoviert gehört. Diese Gut gehörte dem Diplomaten und Musiker Michael Kleophas Oginski, der die berühmte Polonaise Ein Lebewohl dem Vaterland komponierte.
Sergej, ein Maler und Musiker, der 1989 hierher kam und eine Theatergruppe für die Schülerinnen und Schüler der örtlichen Schule ins Leben rief, informierte uns ausführlich über die Geschichte des Gebäudes und über Oginski. Sergej weiß alles über das Landgut. Jene, die es als Aufführungsort für Musikdarbietungen und Theatervorstellungen verwenden, hoffen, dass die UNESCO es anlässlich des 250. Geburtstages von Oginski im Jahr 2015 in die Kulturerbe-Liste aufnehmen wird.

Sergej zeigte uns auch den Park und lud uns zum Abschluss ein in die Orangerie des Gebäudes, wo er uns die Polonaise auf der Flöte vorspielte.
Zurück in Smorgon, besuchten wir die Sekundarschulen N5 und N7. In der Sekundarschule N5 unterrichtet Kollegin Alena I. Montschak Deutsch und Englisch. Sie ist hat sich einen Ausspruch von Leonardo da Vinci zum Motto für ihre Arbeit gewählt: Schwach ist jener Schüler, der den Lehrer nicht übertrifft.
Es ist ihr besonders wichtig, ein Vertrauensverhältnis zu den Schülerinnen und Schülern aufzubauen, denn nur so kann das bestmögliche Ergebnis beim Lernen erzielt werden. Sie betont, dass Klugheit allein beim Schüler nicht ausreicht. Erst die entsprechende Förderung durch die Lehrer führt zum Erfolg.
Die Sekundarschule N7 wurde erst 2005 eröffnet. Alexander, der Direktor, hieß uns herzlich willkommen.

Er zeigte es nicht nur die großzügigen Sportanlagen der Schule, sondern auch die sehr geräumige Bibliothek. Zum Abschluss lud er uns ein zu Tee und Süßigkeiten in seinem Büro. Hier lernte ich eine weitere weißrussische Spezialität kennen, die Zephyr genannt wird.

Kirche in Gervjati
Ich ging mit Valdimir mittagessen, und am Nachmittag unternahmen Iryna und Ludmila eine weitere Exkursion mit mir. Diesmal fuhren wir Richtung Norden in den Bezirk Astraviec, der an Litauen grenzt.

In dem Dorf Gervyati besuchten wir eine ziemlich große Kirche, in der gerade die Renovierung des Fußbodens abgeschlossen worden war, und nachher lernte ich die Dorfschule kennen. Die Direktorin unterrichtet selbst Englisch und hieß uns herzlich willkommen.
Kurz nach unserer Rückkehr nach Smorgon holte mich Vladimir vom Hotel ab. Seine Frau Olga hatte zu Hause ein köstliches Abendessen für uns vorbereitet: gemischten litauischen Salat und Cepelinai.

Ich genoss nicht nur das Essen sondern auch die Gesellschaft von Olga und Vladimir. Die weißrussische Gastfreundschaft ist außerordentlich. Obwohl ich vor meiner Abreise schon darüber gelesen hatte, war ich doch beeindruckt, mit wieviel Herzlichkeit ich von meinen Gastgebern empfangen wurde.
Am 18. September holten mich Iryna und Vladimir um 8.15 Uhr vom Hotel ab und wir fuhren zum Bahnhof, wo Vladimir und ich einen Zug nach Minsk nahmen.

Einer der Englisch-Lehrer des Gymnasium N4 hat eine Tochter, die im Hotel Planeta in Minsk arbeitet. Sie hatte für mich ein Zimmer gebucht, und nachdem wir dort angekommen waren, machten wir uns auf den Weg zum nahe gelegenen Hotel Belarus.
Dort gibt es im 22. Stock das Panorama Restaurant. Von unserem Tisch aus hatten wir einen tollen Ausblick auf die Stadt - und konnten auch noch ein wunderbares Mittagessen genießen.

Nach dem Essen waren wir frisch gestärkt für einen Stadtspaziergang. Wir gingen an der Swislatsch entlang, überquerten bei der Nemiga Straße den Fluss und besuchten die Kathedrale vom Heiligen Geist, eine prachtvolle orthodoxe Kirche aus dem Jahr 1642.

Gleich hinter der Kathedrale liegen das Rathaus und die katholische Peter und Paul Kathedrale. Wir marschierten die Lenin Straße entlang bis zum berühmten Kaufhaus Gum. Dort und in einem nahe gelegenen Buchladen an der Unabhängigkeitsstraße kaufte ich ein paar Souvenirs.

Am Unabhängigkeitsplatz, wo sich auch die Weißrussische Staatliche Universität befindet, legten wir eine Rast ein und bewunderten den neuen Brunnen, der allen 6 Regionen des Landes gewidmet ist; und wir besuchten die Kirche der Heiligen Simeon und Helena.

Minsk, Unabhängigkeitsplatz

Maxim Gorki Denkmal
Anschließend kehrten wir zurück auf die Unabhängigkeitsstraße und gingen Richtung Gorki Park, vorbei am Palast der Republik, am Präsidentenpalast und am Museum des WK II. Nachdem wir den Park durchquert hatten, erreichten wir den Siegesplatz. Wir unterbrachen unsere Besichtigungstour und gönnten uns Tee und Kuchen in einem sehr hübschen Kaffeehaus gleich beim Parkeingang.

Das Siegesmonument in der Mitte des Platzes ist sehr eindrucksvoll. Von hier nahmen wir die U-Bahn, die in Minsk Metro heißt, denn Vladimir musste zurück zum Bahnhof.
Ich begleitete ihn und fuhr dann vom Bahnhof allein zurück zum Hotel. Die Metrostation beim Bahnhof heißt immer noch Leninplatz, obwohl der Platz in Unabhängigkeitsplatz umbenannt wurde. Es war gar nicht so einfach, sich zurechtzufinden, da ja alles in kyrillischen Buchstaben angeschrieben ist! Am Oktoberpaltz stieg ich in eine andere Linie um und erreichte schließlich die Nemiga Straße, von wo aus ich zu Fuß weiterging zum Hotel Planeta.
Am 19. September unternahm ich nach einem köstlichen Frühstück im Hotel auf eigene Faust eine Erkundungstour durch Minsk. Der Spaziergang an der Swislatsch entlang war sehr erfrischend. Ich erforschte auch den Janka Kupala Park, und auf dem Weg zum Siegesplatz entdeckte ich das Haus, in dem Lee Harvey Oswald wohnte, als er in Minsk lebte.
Am frühen Nachmittag brachte mich ein Taxi zum Minsk International Airport, der ca. 40km nördlich der Stadt liegt. Nach 90 Min Flug kam ich wieder sicher in Wien an.
  
© Dr. Susanne Pratscher und Vladimir Kalinin

 

 

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