Comenius Projekt

Migration - Chancen und Herausforderungen für Europa

Das Projekt wird aus Mitteln der Europ. Kommission gefördert 

 

Da wir mit den Partnerschulen in Deutschland und Holland sehr erfolgreich zusammen gearbeitet hatten, entschlossen wir uns im Februar 2010, wieder gemeinsam mit diesen beiden Schulen und noch mit einer weiteren Partnerschule ein neues Projekt einzureichen.

 

Im Juni 2010 erhielten wir von unseren nationalen Agenturen für lebenslanges Lernen die Information, dass folgende Schulen an dem Projekt teilnehmen können: 

-- Goethe-Gymnasium in Bensheim (Deutschland; das ist die koordinierende Schule)

-- VBS Schoenborngasse in Wien (Österreich)

-- Scholengemeenschap Tabor in Hoorn (Niederlande)

-- Ekenässkolan in Eslöv (Schweden)

 

 

Hier ist unsere Projekt-Beschreibung:

 

Wie schon der Titel sagt, bietet Migration Chancen und Herausforderungen. Die teilnehmenden Schulen möchten die Aufmerksamkeit der Jugendlichen auf den hohen Stellenwert der kulturellen Vielfalt lenken, ihr Bewusstsein für die Bedeutung der Toleranz gegenüber Migranten schärfen und jene Jugendlichen, die entweder Nachkommen von Migranten oder selbst Migranten sind, einladen, sich in die jeweilige Gesellschaft einzugliedern, in der sie nun leben. Integration bedeutet nicht, dass man die eigene kulturelle Identität aufgibt und verliert. Migration bedeutet, etwas über jene Kultur zu lernen, in der man lebt.
Ein Migrationshintergrund kann sehr anregend und bereichernd wirken, wenn beide Seiten das Beste daraus machen. Die teilnehmenden Schulen haben alle Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund, die später einmal in der Wirtschaft des Landes, in dem sie jetzt leben, tätig sein werden. Sie können eine Brücke bilden zwischen der Kultur, in der sie jetzt leben, und der Kultur, aus der sie eingewandert sind - und so können sie die Kulturen verbinden und das Verständnis zwischen diesen Kulturen ermöglichen.

 

2010-112011-12

 

 

MobilitätenAktivitiäten in Wien
Comenius Projekttag in Salzburg (September 2010)Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung (September bis November 2010)
Europa konkret - Die europäische Dimension im Unterricht (Oktober und November 2010)Besuch bei den Vereinten Nationen in Wien (13. Oktober 2010)
Treffen in Bensheim (17.-19. November 2010)Die Vielfalt des Kochens (20. Oktober 2010)
Treffen in Wien (28. Februar - 2. März 2011)Die Sprachenvielfalt der VBS-HAKIII Schönborngasse (3.-15. November 2010)
  AIESEC Workshops (16./17. November 2010 und 15./16. Juni 2011)
  Weihnachtsaktion - Deutschkurse für Migranten
  Besuch der Ausstellung Migration on Tour (6. Dezember 2010)
  Workshops der Asylkoordination Österreich (Jänner - März 2011)
  Workshop Mahara ePortfolio (3. Februar 2011)
  Erasmus-Präsentation (17. März 2011)
  Slowenien-Exkursion (16.-20. Mai 2011)
  Jugendparlament Josefstadt (26. Mai 2011)

 

Am 30. September 2010 fand in Salzburg ein Comenius- und Grundtvig Projekttag für Direktorinnen und Direktoren, sowie Lehrerinnen und Lehrer statt. Die Teilnehmer wurden nicht nur mit Worten sondern auch musikalisch begrüßt. Sämtliche Teilbereiche von Lebenslanges Lernen wurden vorgestellt. Und noch vor dem Mittagessen konnten die Teilnehmer über einige Projekte mehr erfahren und auch hören, welche Erfahrungen die Teilnehmer dabei gesammelt hatten.

 

Nach dem Mittagessen wurden insgesamt sieben Workshops angeboten, drei vor und vier nach der Kaffepause. Die ersten drei Workshops beschäftigten sich mit dem Einsatz von IKT im Unterricht, mit der Evaluation und mit Diversitätskonzepten. Nach der Kaffeepause hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, sich über die Abwicklung der diversen LLL-Programme zu informieren.

Die Veranstaltungsreihe "Europa konkret" bestand aus zwei Teilen. Am 12. Oktober 2010 konnten die Teilnehmer im Haus der Europäischen Union eine Vielzahl von Informationen erhalten: Mag. Paul Schmidt, der Generalsekretär der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik, moderierte die Veranstaltung und hielt auch den ersten Kurzvortrag. Er berichtete über die Erhebungen zur EU-Stimmung in den Mitgliedsländern, die regelmäßig im Eurobarometer veröffentlicht werden.
Botschafter Mag. Walter Grahammer vom Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten stellte eine Vielzahl von aktuellen Themen dar, mit denen sich seine Sektion - Integrations- und wirtschaftspolitische Angelegenheiten - beschäftigt, wie z.B. der Lissabon-Vertrag, Bürgerinitiativen in der EU, die Strategie 2020, die österreichische Anti-Atom-Politik, genetisch veränderte Lebensmittel, die Subsidiaritätskontrolle durch die nationalen Parlamente etc. Zum Abschluss erheiterte er seine Zuhörer noch mit ein paar kuriosen EU-Mythen.

Frau Mag. Sylvia Schrittwieser-Tschach aus dem BMUKK stellte Schwerpunkte und Initiativen der europäischen Bildungspolitik vor. Herr Mag. Kühr von der ständigen Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich ist ein bewundernswerter Kenner auf dem Gebiet: Wie finde ich die passende Publikation der EU zu einem bestimmten Thema? Er hatte auch noch einige gute Tips auf Lager, die uns in Zukunft sicher das Suchen erleichtern werden.
Nach der Mittagspause machte uns Herr HR Mag. Dr. Franz Schimek, Leiter des Europabüros im SSR für Wien, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit Schulen schmackhaft. Sein Grundsatz lautet: zuerst wahrnehmen, dann tolerieren, in der Folge wertschätzen und schlussendlich annehmen. Das ist ein wunderbares Motto für interkulturelle Kooperationen.
Abschließend konnten die Teilnehmer noch von Herr Mag. Harald Feix, der einige Zeit Direktor einer Europäischen Schule und später stv. Generalsekretär der Europäischen Schulen war, mehr über diese Institution erfahren.

Der zweite Teil der Veranstaltung fand am
9. November 2010 in der Pädagogischen Hochschule Wien statt. Dort hatten die Teilnehmer Gelegenheit, sich im Gespräch mit Vertretern der Nationalagentur Lebenslanges Lernen und der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik eingehend zu informieren über diverse Möglichkeiten von Schulpartnerschaften und Austauschprogrammen sowie über die EU Wanderausstellung.

In der ersten Hälfte des November 2010 wurde mittels Fragebogen die Sprachenvielfalt an unserer Schule erhoben. Von den ca. 600 Schülern der Schule erhielten wir 489 ausgefüllte Fragebögen. Diese 489 Schüler sprechen 31 verschiedene Muttersprachen. 219 von ihnen geben Deutsch als Muttersprache an. Die anderen 270 haben 30 unterschiedliche Muttersprachen - auch wenn die große Mehrheit dieser Schülerinnen und Schüler in Österreich geboren ist. In der Generation ihrer Eltern sieht die Situation ganz anders aus. Nur einige wenige sind in Österreich geboren, die meisten kommen aus 37 Staaten in aller Welt.

 

Es ist faszinierend, welch unterschiedliche Migrationshintergründe hier vorhanden sind. Unsere Schule enthält eine kulturelle Vielfalt, die allen - sowohl Schülerinnen und Schülern als auch Lehrerinnen und Lehrern - eine tolle Möglichkeit bietet, zu Hause Kontakt mit vielen Kulturen aufzunehmen und Gewinn daraus zu ziehen.

 

Das erste Treffen der Projektgruppe fand von 17. bis 19. November 2010 in Bensheim an der Bergstraße statt. Wir waren alle sehr dankbar dafür, dass das Goethe-Gymnasium in Bensheim sich wieder bereit erklärt hatte, das Projekt zu koordinieren. Leider konnte Renate nicht mitfahren. Daher flog ich am 17. November am späten Nachmittag allein nach Frankfurt. Als ich ankam, waren die Kollegen aus Schweden, Helen und Thomas, schon da. Sie hatten vier Schülerinnen und Schüler mitgebracht. Heinz brachte uns zuerst in den Präsenzhof in Bensheim, dann transportierte er die Schülerinnen und Schüler zu ihren Gastfamilien.
Im Hotel erwartete uns Uschi bereits gemeinsam mit Caroline und Jaap aus den Niederlanden. Wir brachten nur rasch unser Gepäck aufs Zimmer und gingen dann in ein bodenständiges Restaurant, wo wir nicht nur das Abendessen genossen, sondern auf interessante Gespräche führen konnten. Hans-Walter und seine Frau gesellte sich ebenso zu uns wie Stefan, und für die Mitglieder des "alten" Teams war es eine Freude, die neuen Partner aus Schweden in unserer Runde begrüßen zu können.
Helen und Thomas aus Eslöv haben sich ganz rasch in das Team integriert, und es machte viel Spaß, am 18. und 19. November mit ihnen zu arbeiten. Zuerst besichtigten wir das Goethegymnasium und bekamen einen guten Eindruck von der Schule. Dann begrüßte uns der Direktor, Herr Mescher, und schon waren wir mitten in der Planung: wir mussten vorerst einmal Termine für die weiteren Treffen festsetzen. Es ist nicht schwer vorzustellen, dass es gar nicht so einfach ist, Termine zu finden, die mit all den unterschiedlichen Schulsystemen und Ferienterminen in Einklang zu bringen sind.
Nach dem Mittagessen setzten wir die Planung fort und konzentrierten uns nun auf die zahlreichen Themen, die wir mit unseren Schülerinnen und Schülern erarbeiten wollen. Alle Schüler sollten ihr Wissen über die Partnerländer erweitern, etwas dazulernen über die Kultur und die Schulsysteme etc. Anschließend wollen wir uns damit auseinandersetzen, wie diverse politische Parteien zum Thema Migration und Integration stehen. Dabei wollen wir uns jene besonders genau ansehen, die sich ständig gegen die Aufnahme von Zuwanderern aussprechen. Und wir wollen die Jungendlichen ermutigen herauszufinden, was der Grund für diese fremdenfeindliche Haltung ist.
Wir arbeiteten bis ca. 16 Uhr,  dann legten wir zwei Stunden Pause ein, was uns allen gut tat. Um 18 Uhr holten uns Heinz und Uschi vom Hotel ab und wir fuhren nach Heidelberg, wo wir zuerst ein bisschen durch die Altstadt spazierten und die Atmosphäre genossen, und uns später ein gemütliches Restaurant suchten, wo wir nicht nur sehr gut zu Abend essen konnten, sondern unseren Gedankenaustausch fortsetzten und weitere Pläne für unsere Zusammenarbeit schmiedeten.
Am 19. November präsentierten Schülerinnen und Schüler aus Schweden und Deutschland erste Ergebnisse ihrer Projektarbeit: sie hattens ich schon schlau gemacht über die Zusammensetzung ihrer nationalen Parlamente und über die Haltung der dort vertretenen Parteien zu den Fragen von Migration und Integration. Zusätzlich stellten die Schüler des Goethegymnasiums eine Reihe von extrem rechten Kleinparteien vor, die nicht im Parlament vertreten sind und die sich deutlich gegen Zuwanderung aussprechen.
Nach den Präsentationen blieb uns noch ein wenig Zeit, bevor wir in ein wunderschönes italienisches Restaurant im alten Rathaus von Bensheim gingen, in das uns Herr Mescher, der Direktor des Goethgymnasiums zum Essen eingeladen hatte. Leider musste ich nach dem Essen relativ rasch abreisen, weil ich um 16 Uhr einen Flug nach Wien hatte.

Nun konnten wir unsere Kooperation mit den Partnerschulen voll aufnehmen. Caroline eröffnete sowohl einen eTwinning webspace für das Projekt als auch eine Facebook Gruppe. Beide bieten den Jugendlichen die Möglichkeit, jederzeit unkompliziert Informationen und Ansichten auszutauschen.

Von November 2010 bis Juni 2011 haben die Schülerinnen und Schüler eine Vielzahl von Präsentationen erstellt und Ressourcen gesammelt:
Zukunft Europa: Migration
Migration on Tour
Twin Space des Treffens in Wien

 

 

Das nächste Treffen fand von 28. Februar bis 2. März 2011 in Wien statt.  Die Gäste trafen schon am 27. Februar im Lauf des Tages ein, sodass wir am 28. Februar am Vormittag bereits voll durchstarten konnten. Von der Jugendherberge in der Myrthengasse, wo unsere Gäste wohnten, kann man zu Fuß in die Schönborngasse gehen.  

 

Aus Schweden kamen 14 Schülerinnen und Schüler, begleitet von drei Lehrern: Thomas, Mattias und Annelie. Das Goethegymnasium Bensheim war vertreten durch 7 Schülerinnen und Schüler, begleitet von Uschi und Hans-Walter, die ja beide schon im Rahmen unserer ersten Comenius-Partnerschaft in der VBS-HAKIII Schönborngasse zu Gast gewesen waren. Die größte Gruppe kam aus den Niederlanden: Jaap, Jan und Wendy brachten 16 Schülerinnen und Schüler mit.

Am 28. Februar begann das Treffen mit einer Podiumsdiskussion im Festsaal der VBS Schönborngasse. Wir hatten vier hoch interessante Gäste eingeladen: Niraj Nathwani von der Europäischen Grundrechte-Organisation, Alev Korun, Abgeordnete zum Nationalrat, Anny Knapp von der Asylkoordination Österreich und Alicia Allgäuer, Caritas Wien. Prof. Tunkel hieß die Gäste auf dem Podium, die Lehrerinnen  und die Schülerinnen und Schüler herzlich willkommen im gut gefüllten Festsaal. Aus der VBS-HAKIII Schönborngasse waren vertreten: die 2AK, 3AK, 4AK und 4BK.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde hatten die Schülerinnen und Schüler Gelegenheit, Fragen zu stellen.
Die Jugendlichen wollten u.a. wissen: ob Asylanten die Möglichkeit haben, ihre Familie nachkommen zu lassen; wie alt sie durchschnittlich sind; wie NGOs sie unterstützen; welche Rechte sie haben und mit welchen Sozialleistungen der Staat sie unterstützt; welche Änderungen in den österreichischen Gesetzen wünschenswert wären uvm.

Wir erhielten Informationen über die unterschiedlichen Aufgaben der Institutionen, aus denen die Gäste auf dem Podium kamen.
Die Asylkoordination bietet Workshops an, in welchen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer viel über das Leben von Asylanten erfahren können. Auch die Caritas Wien beginnt gerade damit, ähnliche Workshops ins Leben zu rufen.

Frau Korun und Herr Nathwani nannten einige Zahlen: 2010 gab es in Österreich ca. 11.000 Asylanträge, Pakistan aber nahm mehr als 1 Million Flüchtlinge auf. Immer wieder wird der Verdacht geäußert, dass Asylwerber kriminell seien. Leider muss man aber auch bedenken, dass sie kaum Möglichkeiten haben, ihr finanzielle Situation durch eigene Arbeit zu verbessern.  Die Liste der Pflichten eines Aslywerbers ist wesentlich länger als die Liste seiner Rechte.
Herr Nathwani, der selbst vor vielen Jahren als Flüchtlingskind nach Österreich kam und hier eine neue Heimat fand, machte uns auf demographische Entwicklungen aufmerksam, die dazu führen könnten, dass Europa in den nächsten Jahrzehnten ärmer wird, wenn wir hochqualifizierten Arbeitskräften, die ihr Land verlassen müssen, nicht die Möglichkeit geben, ihre Fähigkeiten in den Dienst unserer Gesellschaft zu stellen.

Das Argument, dass Europa christlich sei und daher christlich bleiben müsse, ist nicht wirklich schlagkräftig, weil Europa heutzutage zu einem Großteil säkular ist und sich an keiner der großen Weltreligionen entscheidend orientiert.
Erstaunlicherweise stellen die meisten EU-Mitgliedsstaaten der FRA Statistiken zur Verfügung, aus denen hervorgeht, wie viele Flüchtlinge aus eine bestimmten Land aufgenommen werden. Aus Österreich fehlen diese Zahlen.

Mehrmals kam zur Sprache, dass die Bearbeitung von Asylanträgen durch die Behörden oft viel zu lange dauert, weil es dort zu wenig Personal gibt. Herr Nathwani machte auch darauf aufmerksam, dass die Mitgliedsstaaten der EU untereinander solidarisch sein müssen. Länder, die an der EU-Außengrenze liegen, haben oft überfüllte Flüchtlingslager, weil im Rahmen der Dublin-II-Verordnung anderen EU-Mitgliedsstaaten Flüchtlinge dorthin zurückschicken und dann die Zustände in den Flüchtlingslagern wirklich menschenunwürdig sind.
Für das Mittagessen in der Pizzeria Ruffino hatten wir schon im Vorfeld aus einer Liste von Speisen eine Auswahl getroffen. Und wir freuten uns sehr, dass Frau Prof. Lemp, der Klassenvorstand der 4AK, mitkommen konnte.

Nach dem Mittagesssen machten wir uns in kleineren Gruppen auf den Weg ins Parlament, wo wir eine Führung bestellt hatten, die für unsere ausländischen Gäste natürlich in englischer Sprache stattfand.

Aber auch für die österreichischen Schüler war die Führung sehr informativ. Schließlich haben auch sie nicht so oft Gelegenheit, das Parlament persönlich von innen zu sehen.
Die Parlamentsführung war um ca. 16 Uhr zu Ende. Nun hatten unsere Gäste noch etwas Zeit, in die Innenstadt zu gehen. Schließlich möchte man ja, wenn man Wien besucht, auch ein paar Sehenswürdigkeiten besichtigen.

Am Abend trafen sich die Schülerinnen der 4AK, 4BK und 2AK (alle 2010/11) mit den Gastschülern in der Jugendherberge in der Myrthengasse, um sie besser kennenzulernen und ihnen Wien bei Nacht zu zeigen.
Die Lehrerinnen und Lehrer hatten ebenfalls ein Abendprogramm: im Siebensternbräu konnten wir sowohl das Essen genießen als auch einige organisatorische Einzelheiten des Projektes besprechen. Schließlich hatten wir für den nächsten Tag Präsentationen von Projektergebnissen geplant, und der schon im Vorfeld erstellte Zeitplan wurde noch einmal erörtert.
Am 1. März kamen die Gäste wieder um 9.30 Uhr in die VBS Schönborngasse. Da der Festsaal für eine Veranstaltung für Externisten benötigt wurde, mussten wir uns mit dem Lehrsaal 46 begnügen. Der ist zwar groß - aber viel zu klein für die große Gruppe, die hier zusammenkam.

Doch die Schülerinnen und Schüler der 4AK halfen schon in der 1. Stunde fleißig mit, den Raum so gut wie möglich für den Ansturm zu rüsten, und letztendlich schafften wir es ganz gut, uns wie Sardinen in der Büchse zu schlichten.
Die Runde der Präsentationen wurde eröffnet von der 2AK. In dieser Klasse, die 21 Schülerinnen und Schüler hatte, waren 10 Nationen vertreten - und das war eine ganz neue Erfahrung für unsere Gäste, die durchwegs aus sehr homogenen Schulgemeinschaften kamen.

Im Anschluss daran folgte die 4AK. Diese Schülerinnen und Schüler hatten sich intensiv mit einer Vielzahl von Aspekten des Themas Migration in der EU auseinandergesetzt und konnten nun ihre Erkenntnisse vorstellen.
Die Schüler aus Deutschland informierten uns über die Einstellung mehrerer Parteien, die im Deutschen Bundestag vertreten sind, zu den Themen Migration und Integration. Der Standpunkt rechtsradikaler Gruppierungen, die nicht im Deutschen Bundestag vertreten sind, wurde ebenfalls vorgestellt.

Es folgten sehr ausführliche Präsentationen der schwedischen Gäste, die uns zuerst einmal ihr Land und ihre Schule vorstellten. Weiters lernten wir eine Menge über die politische Landschaft in Schweden dazu.
Die Schülerinnen und Schüler aus den Niederlanden stellten ihr Land und ihre Schule vor, und sei gaben uns einen Überblick über die Zuwanderer, die es in ihrem Land gibt: Woher kamen sie? Warum kamen sie? Wie geht das Gastland damit um? Welche Konsequenzen gibt es?

Die Lehrerinnen und Lehrer nützten die Zeit des Mittagessens, um über die weiteren Pläne für das Projekt zu beraten. Die VBS-HAK III Schönborngasse und das Goethegymnasium Bensheim werden beim nächsten Treffen in Eslöv (im September 2011) ihre Länder näher vorstellen.
Alle vier Schulen werden Recherchen anstellen über die Entwicklung der Migrantenströme in ihren jeweiligen Ländern. Jene Schülerinnen und Schüler, die im September 2011 am nächsten Treffen in Eslöv teilnehmen werden, sollten dann über die Ergebnisse dieser Recherchen Bescheid wissen und ihr Wissen an die Partner weitergeben.
Am 2. März trafen sich die ausländischen Gäste und die Schülerinnen und Schüler der 2AK (2010/11) in der Früh vor dem Schloss Schönbrunn. Prof. Krenn, der Klassenvorstand der 2AK, kam zu unserer Freude ebenfalls mit. Wir lösten die Gruppentickets und konnten wir kurz nach 9 Uhr mit der Führung beginnen. Die schwedische und die holländische Gruppe entschieden sich für eine etwas kürzere Führung durch die Prunkräume und anschließend die Möglichkeit, in der Kleiderkammer auszuprobieren, wie man sich fühlt, wenn man Kleidungsstücke aus der Zeit Maria Theresias trägt. Die deutsche und die österreichische Gruppe verzichteten auf das "Verkleiden" und wählten stattdessen eine etwas längere Führung.
Nachdem wir eine Menge über die Geschichte des Schlosses, seine Bewohner und seine Einrichtung gelernt hatten, waren wir hungrig und machten uns auf den Weg zum Centimeter II in der Stiftgasse. Dort hatten wir Scheibtruhen und Schwerter bestellt, und das Essen war so reichlich, dass wir es unmöglich aufessen konnten.

Die deutsche Gruppe musst vom Mittagessen gleich zum Flughafen, die beiden anderen Gruppen hatten spätere Flüge, und die schwedische Gruppe konnte sogar noch einen Stadtspaziergang unternehmen und den Stephansdom besichtigen.
Am nächsten Tag kehrte wieder der Schulalltag ein. Die Schüler freuten sich schon auf die weitere Zusammenarbeit im Rahmen des Projektes. Es versteht sich wohl von selbst, dass viele sich auf den Besuch bei der Partnerschule in Eslöv im September 2011 freuten.

 

 

Im Sommersemester 2011 setzten sich die Schülerinnen und Schüler der 2AK (2010/11) und 3AK (2010/11) intensiv mit der Frage auseinander, aus welchen Ländern der Welt ab der Mitte des 20. Jh.s Zuwanderer und Zuwanderinnen nach Österreich gekommen sind. Die Ergebnisse dieser Nachforschungen wurden anschließend in einer Präsentation zusammengefasst, die die Jugendlichen im September 2011 zum Treffen mit den Partnerschulen in Esloev (Schweden) mitnahmen.

 

Bewerberinnen und Bewerber um die österreichische Staatsbürgerschaft müssen Deutschkenntnisse nachweisen und beweisen, dass sie mit Geschichte, Geographie und Politik ihres neuen Heimatlandes und des Bundeslandes, in dem sie leben, vertraut sind.

 

Hier könnt ihr testen, was ihr über Österreich und seine neun Bundesländer wisst:

 

Fragen zu ÖsterreichFragen zur Steiermark
Fragen zu WienFragen zu Salzburg
Fragen zum BurgenlandFragen zu Kärnten
Fragen zu NiederösterreichFragen zu Tirol
Fragen zu OberösterreichFragen zu Vorarlberg

 

 

 

Wir begannen unser zweites Projektjahr mit einer Vielzahl von Vorbereitungen während der Sommerferien und mit einem Treffen mit den Partnerschulen in Eslöv (Schweden) von 11. bis 14. September 2011.

 

MobilitätenAktivitiäten in Wien
Treffen in Eslöv (11.-14. September 2011)Erste Schritte einer neuen Klasse in dem Projekt (7.-9. September 2011)
Treffen in Hoorn (12.-14. November 2011)Migration on Tour (3.-14. Oktober 2011)
Treffen in Bensheim (31. Jänner-2. Februar 2012)Integrationsbotschafter Efgani Dönmez zu Gast in der VBS Schönborngasse (28. November 2011 und 14. März 2012)
Treffen in Hoorn (15.-18. April 2012)Workshop der Asylkoordination Österreich (13. März 2012)
Europäische Jugendkonferenz (7.-11. Mai 2012)Besuch der slowenischen Partnerklasse (16.-20. 4. 2012)
  Alles anders - Alles gleich (24. März 2012)
  Der amerikanische Traum (14. Mai 2012)

 

Wir traten die Reise zu dem Meeting in Eslöv zeitig in der Früh am 11. September an und flogen zuerst einmal nach Kopenhagen, wo wir um 11 Uhr die deutschen und die holländischen Partner trafen. Caroline, Jaap und Jan aus den Niederlanden und Heinz, Uschi und Hans-Walter aus Deutschland brachten relativ große Gruppen mit: 23 Schülerinnen und Schüler aus Hoorn und 27 Schülerinnen und Schüler aus Bensheim. Gemeinsam spazierten wir durch die Innenstadt und sahen einige interessante Gebäude, wie z.B. das Rathaus, das Schloss Christiansborg Palace und Schloss Amalienborg, wo wir die Wachablöse miterlebten.  

An der rechten Seite des Rathauses steht die wunderschöne Hans Christian Andersen Statue, um welche sich die Jugendlichen zum Gruppenfoto versammelten. Nach einem leckeren italienischen Mittagessen im Nyhavn, setzten wir unseren Spaziergang in Richtung Hafen fort. Schließlich wollten wir ja auch die kleine Meerjungfrau sehen! Die deutsche Gruppe reiste in Minibussen, und die holländische Gruppe gewährte uns Gastfreundschaft in ihrem Doppeldeckerbus auf der Fahrt über die Öresundbrücke  nach Südschweden.

Um 16.15 Uhr kamen wir in
Eslöv an, wo uns die schwedischen Partner vor der Ekenässkolan willkommen hießen. Helén, Thomas und Mattias hatten es geschafft, für die holländischen Schülerinnen und Schüler Gastfamilien zu finden, was nicht einfach war, da die Ekenässkolan eine relativ kleine Schule ist.

Die holländischen Schüler machten sich mit ihren schwedischen Gastgebern bekannt, die deutsche Gruppe bezog Quartier auf einem Campingplatz, und die österreichische Gruppe begab sich zu dem Hotel, in dem wir Zimmer gebucht hatten.

Es war ein langer Tag. Nach dem Abendessen waren wir redlich müde und froh, und ausruhen zu können.
Am 12. September trafen sich alle vier Gruppen vor der Schule und fuhren mit zwei Doppeldeckerbussen zum Söderåsen Nationalpark. Beim Eingang Skäralid stiegen wir aus und zuerst einmal leistet das schwedische Team tolle Arbeit bei der Einteilung der Jugendlichen in 9 gemischte Gruppen.
Die erste Aufgabe der Jugendlichen war, sich vorzustellen und ihre Gruppenmitglieder ein wenig kennenzulernen. Dann machten wir uns auf dem Weg, und die 1 1/2 Stunden lange Wanderung am Skäralid Naturpfad, der wunderbare Blicke auf die unberührte Natur bietet, war die ideale Umgebung für die Jugendlichen, den milden Herbsttag zu genießen und einander ein bisschen besser kennenzulernen.

Während die Gruppe den Spaziergang genoss, bereitete Helén gemeinsam mit einigen Helfern am Lagerfeuer das Picknick vor, und als wir zum Ausgangspunkt zurückkehrten, konnten wir uns mit Hamburgern und Hotdogs stärken.
Nach dem Picknick machten wir auf dem Rückweg nach Eslöv noch einen kurzen Halt beim Schloss Trollenäs. Obwohl das Schloss Privatbesitz ist, dürfen Besucher durch den Park spazieren - und genau das taten wir.

Zurück in Eslöv zogen sich die österreichischen Schülerinnen und Schüler um, da sie für den Spaziergang im Naturschutzgebiet eine ganz andere Kleidung benötigt hatten als nun für die Präsentationen. Bald waren wir zurück in der Ekenässkolan, wo sich die Aula rasch mit Schülerinnen und Schülern aller vier Partnerschulen füllte.
Die deutsche Gruppe machte den Anfang und stellte uns ihre Heimatstadt Bensheim vor. Anschließend berichtete eine zweite Gruppe über die Migrationsströme in Deutschland, die rechtliche Situation von Migranten und die Chancen der Zuwanderer auf dem Arbeitsmarkt. Dann waren die 10 österreichischen Schülerinnen und Schüler an der Reihe.

Adnan, Can, Haris, Hariz, Saska, Selda und Thomas  aus der 3AK (2011/12) und Emina, Jairus und Melanie aus der 4AK (2011/12) hatten die Migrationsströme in Österreich seit 1950 erforscht und auch eine Präsentation über unser Land vorbereitet.
Ihr denkt nun hatten wir für diesen Tag unser Arbeitspensum erfüllt? Weit gefehlt! Das schwedische Team hatte einen Fragebogen vorbereitet, der in der Folge von den Jugendlichen in Gruppen dazu diente, eine Vielzahl von Daten und Fakten zu erheben, die ihnen helfen sollte, die Migrationsbewegungen in Europa seit 1950 besser zu verstehen. Auch sollten sie herausfinden, welche Migranten in ihrem neuen Heimatland sehr erfolgreich waren und zum wirtschaftlichen Erfolg des Landes beitrugen.

Die Jugendlichen trafen sich wieder in den 9 Gruppen und begannen mit ihren Nachforschungen.
Für das Abendessen bereitete das schwedische Team für die Lehrerinnen und Lehrer der Partnerschulen eine Spezialität vor: in der Lehrküche der Schule wurde ein sog. Smörgåsbord zubereitet, welches nicht nur aus einer Vielfalt von schwedischen Speisen bestand, sondern jenen, die wollten, auch die Möglichkeit bot, einen Swedischen Schnaps zu kosten und einige Lieder zu lernen, die man singen muss, wenn man ihn trinkt.
Am 13. September hatten wir in der Früh Gelegenheit, von Herrn Ingemar Jeppsson, einem Vertreter des Herbert Felix Instituts, mehr über diese Einrichtung erfahren, die nach Herbert Felix benannt ist, der vor dem 2. Weltkrieg als Flüchtling nach Schweden gekommen war und eine Fabrik aufgebaut hatte, die Dosengemüse erzeugte. Schon sein Vater hatte in Znaim (Znojmo) eine ähnliche Fabrik geführt.

Nach dem Vortrag machten wir mit unseren schwedischen Gästen einen Spaziergang durch Eslöv bis zum Museum, welches eine hübsche Sammlung an bodenständigen Möbeln, Kunst und technischen Geräten aus den letzten hundert Jahren besitzt.
Da die Gruppe sehr groß war, wurden wir in zwei kleinere Gruppen aufgeteilt. Während die erste Gruppe schon das Museum besichtigte, nützten einige der Lehrer die Gelegenheit, zum nahegelegenen Bahnhof zu gehen und sich dort über die Fahrkartenpreise von Eslöv nach Lund und von Malmö zum Flughafen in Kopenhagen zu informieren. Es stellte sich heraus, dass der Kauf einer Fahrkarte in Schweden ganz anders vonstatten geht als in Österreich, Deutschland oder den Niederlanden.

Am Rückweg zur Schule machte Caroline ein richtiges Megafoto der gesamten Projektgruppe am sogenannten Stenberget, einer interessanten Sehenswürdigkeit von Eslöv.
Zurück in der Schule, bekamen wir in der Schulkantine zum Mittagessen Schwedische Fleischbällchen, Kartoffel und Gemüse. Nach dem Mittagessen setzten die Jugendlichen ihre Gruppenarbeit vom Vortag fort. Nun war es ihre Aufgabe, in ca. 2 Stunden Präsentationen über Migrationsströme, ihren eigenen Migrationshintergrund und über erfolgreiche Zuwanderer in den vier teilnehmenden Ländern zu erstellen.

In der Zwischenzeit hatten die Lehrer Gelegenheit, die Daten für die weiteren Treffen im Schuljahr 2010/11 zu fixieren. Obwohl das nicht ganz einfach war, konnten wir uns schließlich auf passende Termine einigen für eine Lehrertreffen in Hoorn (November 2011) und für zwei weitere Lehrer-Schüler-Mobilitäten in Bensheim (Jänner/Februar 2012) und Hoorn (April 2012).
Schließlich waren die Schülerinnen und Schüler bereit, ihre Ergebnisse zu präsentieren. Zu diesem Zweck fanden sich je ca. 30 Jugendliche in einem Klassenraum zusammen, und wir Lehrer hatten die Möglichkeit, in den drei Präsentationsräumen jeweils einige Ergebnisse zu bestaunen.

Nach der Rückkehr in unsere Quartiere konnten wir uns rasch umziehen und dann ging's ab zum Bahnhof, wo wir den Zug nach Lund nahmen, wo uns der stellvertretende Direktor der Ekenaesskolan zu einem köstlichen Abendessen in einem italienischen Restaurant einlud.
Vor dem Abendessen nützten wir die verbleibende Zeit für einen kurzen Spaziergang durch Lund, um die Kathedrale und die Universität zu sehen.

Am 14. September mussten wir wieder Koffer packen. Das heißt aber nicht, dass wir sofort nach Hause zurückkehrten. In der Früh fuhren wir nach Malmö, und die holländischen Partner waren wieder so nett, uns im Doppeldeckerbus mitzunehmen. Nur das Wetter spielte leider nicht mit.

Wir unternahmen einen ziemlich windigen und nassen Spaziergang zum Ufer und dem Wohngebiet rund um den Turning Torso. In der Innenstadt hatten wir später kaum Zeit für Besichtigung. Daher konnten wir nur das Rathaus und den Gustav Adolf Platz sehen.

Der Weg endete in einem türkischen Restaurant, das Sultan Palace heißt und wo wir ein tolles Mittagsbuffet genießen konnten.

Die holländische Gruppe musste früh abreisen, um rechtzeitig die Fähre zu erreichen. Auch die deutschen Partner nahmen später am Abend eine Fähre. Die schwedische Gruppe begleitete uns noch zum Bahnhof, wo wir in den Zug zum Flughafen Kopenhagen einstiegen.
Nachdem wir dort die Bordkarten gelöst und unser Gepäck abgegeben hatten, blieben uns noch drei Stunden für einen Spaziergang durch Kopenhagen. Wir besuchten die alte Börse, schlenderten über den Amagertorv, den Gammeltorv und den Nytorv und fuhren schließlich mit der Metro zurück zum Flughafen. Spät am Abend kamen wir in Wien an, wo die Jugendlichen in den folgenden Monaten fleißig weiter an dem Projekt arbeiteten.
Die nächste Tagung in Hoorn von 12.-14. November 2011 war eine Wochenendveranstaltung. Die Lehrer der vier Partnerschulen kamen im Lauf des 12. November in den Niederlanden an. Wir flogen alle nach Amsterdam. Die schwedische Gruppe wohnte auch dort, Uschi und Heinz aber hatten so wie wir ein Hotel in Hoorn gebucht. Wir trafen uns am späten Nachmittag mit ihnen in Amsterdam, und sie waren so nett, uns im Auto nach Hoorn mitzunehmen. Am Abend gingen wir gemeinsam in das Restaurant De Paerdestal. Das gemeinsame Essen war eine gute Gelegenheit, Informationen über die Arbeit der letzten zwei Monate auszutauschen und erste Pläne für die nächsten Monate zu schmieden.
Am 13. November traf sich die ganze Gruppe in der Scholengemeenschap Tabor Locatie Werenfridus in Hoorn, um die Themen und den zeitlichen Ablauf der nächsten Lehrer-Schüler-Mobilität in Bensheim (Jänner 2012) und der Abschlussveranstaltung in Hoorn (April 2012) zu planen. Für das Mittagessen hatte Caroline einen Tisch in einem sehr schönen Lokal im Zentrum von Hoorn bestellt, in d'Oude Waegh.
Nach dem Mittagessen genossen wir einen Spaziergang durch Hoorn in der Nachmittagssonne. Zurück in der Schule, einigten wir uns auf die Themen, welche in den vier Schulen bis Jänner 2012 erarbeitet werden sollten: Sozialsysteme in der EU (Schweden), erfolgreiche Migranten (Österreich), Asylverfahren (Niederlande), Abschottung der Migranten und Kriminalität (Deutschland).

Zum Abschluss schmiedeten wir Pläne für die Abschlussveranstaltung in Hoorn. Am späten Nachmittag kehrten die schwedischen Kollegen nach Amsterdam zurück.
Uschi und Heinz, die uns in der Früh vom Hotel abgeholt hatten, luden uns ein, mit ihnen an die Küste zu fahren. So kam es, dass wir in Bergen aan Zee unseren ersten Strandspaziergang in Winterstiefeln machten und anschließend in einem sehr gemütlichen Restaurant in Alkmaar zu Abend aßen.

Am 14. November verließen wir Hoorn in der Früh, nahmen einen direkten Zug zum Flughafen und waren um die Mittagszeit wieder in Wien.
Die nächste Lehrer-Schüler-Mobilität fand von 31. Jänner bis 2. Februar 2012 in Bensheim statt. Wir mussten am 31. Jänner zeitig aufstehen, um den 6 Uhr-Flug nach Frankfurt zu nehmen. Dort wurden wir vom deutschen Team abgeholt und nach Bensheim gebracht. Nachdem wir die Zimmer im Präsenzhof bezogen und einen kurzen Stadtspaziergang gemacht hatten, gingen wir zu Fuß zum Goethe-Gymnasium, wo Uschi uns schon erwartete. Bald waren auch die Partner aus Schweden und den Niederlanden vollständig, und wir begannen das Treffen mit einem gemeinsamen Mittagessen in der Mensa der Schule. 
Der Nachmittag war für die Jugendlichen ausgefüllt mit Workshops. Die vier Schulen hatten an den in Hoorn vereinbarten Themen (s.o.) gearbeitet und nun waren alle Schülerinnen und Schüler eingeladen, in gemischten Gruppen ihre Ergebnisse kurz vorzustellen und durch Informationen aus den Partnerländern zu ergänzen.

Direktor Mescher lud die Lehrergruppe zu einem köstlichen Abendessen im Cavallino ein, während die Jugendlichen teils bei ihren Gastfamilien zu Abend aßen, teils im Restaurant. Aber das war noch lange nicht das Ende. Heinz hatte in der Bowlinghalle 6 Bahnen gebucht, und nach dem Abendessen konnte sich die Jugend dort ausgiebig vergnügen.  Hier geht es zur Fotostory 1.
Am 1. Februar trafen wir uns schon um 7:45 Uhr in der Mensa zu Präsentationen, die zwar einige Projektteilnehmer schon gesehen hatten (bei den Treffen in Wien und Eslöv), die aber für viele Schülerinnen und Schüler des Goethegymnasiums noch neu waren.

Im Anschluss daran setzten die Jugendlichen ihre Workshops fort, während die Lehrer das Programm für das abschließende Treffen in Hoorn besprachen. Nach dem Mittagessen in der Mensa brachte uns ein Bus nach Rüsselsheim, wo die gesamte Gruppe an einer tollen Führung bei Opel teilnehmen konnte. Auf dem Produktionsgelände, das eineinhalbmal so groß wie Monaco ist, arbeiten 16.000 Menschen aus 17 Nationen.
Den Abend verbrachten die Lehrer bei einem gemütlichen Abendessen in einem bodenständigen Lokal. Die Jugendlichen genossen ihre Freizeit. Schaut euch die Fotostory 2 an.

Die Temperaturen wurden in diesen Tagen immer tiefer, was einen gewissen Ansporn bot, möglichst rasch von unserem Quartier in die Schule zu gehen. Auch am 2. Februar begannen wir unsere Arbeit wieder um 7:45 Uhr im Goethegymnasium.

Nun war es Zeit, Präsentationen, die die einzelnen Gruppen von zu Hause mitgebracht hatten, ebenso vorzustellen wie die Ergebnisse aus den Workshops. Den österreichischen Film könnt ihr hier sehen.
Heinz hatte noch ein frühes Mittagessen für uns in der Mensa bestellt. Unmittelbar danach kehrten wir zurück zu unserem Quartier, wo schon die Koffer aus uns warteten. Zum Bahnhof war es nur ein paar Minuten zu Fuß. Mit dem Zug fuhren wir nach Frankfurt, wo wir eine kurze Pause einlegten, um das nahe dem Bahnhof gelegene Gebäude der Europäischen Zentralbank zu besichtigen.

Nach diesem kurzen Spaziergang in eisiger Kälte, gingen die frierenden Schüler/innen zurück zum Bahnhof, um sich bei McDonald's zu laben.

Wir Lehrer widerstanden der Kälte und besuchten noch das Goethe-Geburtshaus, die Paulskirche und den Römerberg. Bis zum Dom reichte die Zeit leider nicht.
Vom Hauptbahnhof fuhren wir weiter zum Flughafen, von wo wir - mit Verspätung - erst um 19.30 Uhr nach Wien abflogen. Wir nahmen sowohl eine Menge interessanter Eindrücke mit nach Hause als auch eine Fülle von Plänen für die Arbeit, die noch bis zum letzten Treffen in Hoorn (15.-18. April 2012) zu erledigen war. Auch die Fotostory 3 solltet ihr nicht versäumen.
Das abschließende Projekttreffen fand von 15.-18. April 2012 in Hoorn statt. Caroline hatte eine Meisterleistung bei der Organisation vollbracht: es war eine echte Herausforderung, eine so große Gruppe von Jugendlichen aus Österreich, Deutschland, den Niederlanden und Schweden entsprechend zu koordinieren.

Nach unserer Ankunft in Hoorn am 15. April hatten wir ca. 1 Stunde Zeit für einen Mittagsimbiss. Dann holte uns ein Bus ab, und wir fuhren gemeinsam mit den holländischen Schülern nach Hargen aan Zee. Unterwegs machten wir im Beemsterland, Pause bei einer Windmühle, wo wir zuerst eine kurze Dokumentation sahen und anschließend die Windmühle besuchen konnten.
An der Küste war es ziemlich windig, aber die Sonne kam heraus, und so konnten wir den kühlen Strandspaziergang richtig genießen. Die deutsche Gruppe nahm dort sogar einen kurzen Film über Migranten auf. Am Rückweg nach Hoorn genossen wir den Anblick der bunten Tulpen- und Hyazinthenfelder!

Schließlich wurden die Jugendlichen von ihren Gastfamilien abgeholt. Die Lehrer trafen sich bald danach zum Abendessen in einem typisch holländischen Lokal im Zentrum von Hoorn, das Caroline für uns ausgesucht hatte. Das exzellente Essen und die nette Atmosphäre waren genau die richtige Umgebung, um noch einige Details des Programms zu besprechen.
Am 16. April trafen wir uns alle um 9 Uhr in der Schule. Nach einer kurzen Begrüßung durch die holländischen Lehrer, wurden die Jugendlichen in vier Gruppen aufgeteilt. Im Lauf des Vormittags, konnte alle das Schulgebäude kennenlernen, eine Sprachstunde mit Migranten erleben, die Caroline in die Schule eingeladen hatte, und an einem Workshop der Little Victorians teilnehmen.

Die Sprachstunde für Migranten war fasizinierend. Die Lehrerin stellte die Methode des Total Physical Response vor, und am Ende der Stunde konnte wir alle einige holländische Phrasen verstehen, wiederholen und darauf reagieren. Zusätzlich hatten wir Gelegenheit, mit den Migrant/innen zu sprechen und von ihnen zu erfahren, warum sie Holländisch lernen und in den Niederlanden leben wollen.
Das Drama Workshop wurde gehalten von zwei Schauspielern aus Großbritannien, die drei Monate lang in den Niederlanden in Schulen unterwegs gewesen waren. Die Scholengemeenschap Tabor war ihre letzte Station. Nach dem Mittagessen, das Caroline perfekt organisiert hatte, kehrten die beiden Schauspieler nach Hause zurück. Der Schwerpunkt der kleinen Szenen, die sie mit den Schülern einstudierten, lag auf dem harten Leben der Kinder im Victorianischen Zeitalter. Dazwischen wiesen sie immer wieder darauf hin, dass es auch heute noch in vielen Ländern der Welt Kinder gibt, die arbeiten müssen, anstatt in die Schule zu gehen.   (Hier könnte ihr vier kurze Videos des Workshops ansehen: Nr.1, Nr. 2, Nr. 3, Nr. 4 und Nr. 5)
Am Nachmittag gab es wieder mehrere Gruppen. Zwei davon bereiteten die Debatte über Migration vor. Jaap erklärte ihnen die Regeln und übte die Debatte mit ihnen.

Die anderen zwei Gruppen präsentierten in einem Klassenraum die Ergebenisse der Arbeit der letzten zwei Monate: sie zeigten kurzen Filme, die im Lauf des Projektes entstanden waren, sie hatten kleine Interviews über das Thema Migration vorbereitet, und sie luden uns ein, in Form von witzigen Quizzes festzustellen, was wir über die Partnerländer wissen.
Die schwedische Gruppe sang sogar landestypische Lieder. Das war sehr lustig! Schaut euch die Videos an (Nr. 1, Nr. 2 und Nr. 3)!

Die Debatte verlief sehr spannend. In drei Runden wurden folgende Themen erörtert: das Leben in einer multi-kulturellen Gesellschaft ist für jeden von Vorteil; Redefreiheit muss unbegrenzt gelten; Kopftücher und andere religiöse Symbole sollten immer erlaubt sein. In jeder Runde musste eine Gruppe für und die andere gegen die jeweilige Aussage argumentieren.
Am Ende musste die Jury entscheiden, welche Gruppe am besten argumentiert hatte, welche Einzelperson die schlagkräftigsten Argumente vorgebracht hatte, und wer den lustigsten Fehler gemacht hatte.

Wie ihr euch sicher vorstellen könnt, waren allen am Ende dieses langen Tages ziemlich erschöpft. Kein Wunder, dass die Pizzen, die Caroline für die Jugendlichen bestellt hatte, im Nu verzehrt waren. Nun wollten die meisten nur mehr nach Hause zu ihren Gastfamilien, um sich etwas auszuruhen. Schließlich wussten wir, dass auch der nächste Tag anstrengend sein würde.
Am 17. April trafen wir uns in der Früh am Bahnhof und fuhren nach Amsterdam, wo wir unsere Besichtigung mit einer Bootsfahrt begannen. So bekommt man einen guten ersten Eindruck von der Stadt. Da die Gruppe sehr groß war, brauchten wir zwei Boote.

Caroline hatte einen raffinierten Plan ausgearbeitet, nach dem die große Gruppe vorerst einmal in drei kleinere Gruppen aufgeteilt wurde. Diese wurden dann nochmals in je drei 10-Personen-Gruppen geteilt, da sowohl im Amsterdam Dungeon als auch im Anne Frank Haus nur kleine Gruppen möglich sind.
Die österreichischen Schülerinnen und Schüler wurden, gemeinsam mit holländischen Schülern, von Peter betreut, der uns perfekt von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten dirigierte. Als es am Nachmittag zu regnen begann, waren wir froh, dass Caroline die Eintrittskarten schon vorher online gekauft hatte und wir uns daher nicht anstellen mussten.

Leider war der Nachmittag ziemlich verregnet, aber wir hatten trotzdem viel Spaß bei unseren Spaziergängen. Wir trafen uns wieder um19:30 Uhr und gingen gemeinsam zum Bahnhof. In Hoorn angekommen, gingen die Jugendlichen zurück zu den Gastfamilien.
Am 18. April hatten wir ziemlich unterschiedliche Abreisezeiten. Die österreichische Gruppe reiste schon in der Früh ab, die schwedische Gruppe etwas später. Die deutsche Gruppe blieb noch einen weiteren Tag in Holland, um eine weitere Exkursion anzuschließen.

Nun blicken wir zurück auf zwei Jahre erfolgreicher Zusammenarbeit, die uns Augen und Herzen geöffnet hat für anderen Länder und ihre Kulturen, und in deren Verlauf wir viele neue Freunde gewonnen haben, mit denen wir auch in Zukunft in Kontakt bleiben wollen.
 
© OStR Dr. Susanne Pratscher and OStR Dr. Renate Tunkel 

 

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