Ljubljana - Wien

Schulpartnerschaft mit dem Gimnazija Poljane

 

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Season 1: 2003-2006

Season 2: 2006-2007

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 Season 3: 2010-2011 

 

Vorbereitungen in Wien und Ljubljana (Herbst 2009 - Frühjahr 2010)

Die slowenische Partnerklasse auf Besuch in Wien (Mai 2010)
Die Wiener Partnerklasse auf Besuch in Ljubljana (Mai 2011)

 

Im Spätherbst 2009 begannen Janja Jakoncic Faganel, die slowenische Betreuerin des Europäischen Frühlings 2003, ihre Kollegin Marjeta Sreš und ich mit der Planung des Besuches der slowenischen Partnerklasse im Mai 2010.

 

Die slowenischen Schüler lernen Deutsch, und daher können die Partnerklassen je nach Lust und Laune auf Deutsch und Englisch miteinander reden - und natürlich in einer Vielzahl von südslawischen Sprachen. Da es leider nicht möglich war, einen 1. Jg. HAK in die Partnerschaft einzubeziehen, entschlossen wir uns im Frühjahr 2010, die slowenischen Schülerinnen und Schüler mit zwei 3. Jahrgängen bekannt zu machen: mit der 3AK (2009/10) und der 3BK (2009/10).

 

Die slowenische Klasse, die aus 30 Schülerinnen und Schülern bestand, wurde begleitet von Mira Kersnik, die in der Klasse Deutsch unterrichtet, und von Emil Lokar, der in der Klasse Englisch unterrichtet. Klarerweise benützten wir alle Sprachen, die uns zur Verfügung standen.

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Am Montag, 10. Mai war es dann so weit. Am Nachmittag kam die slowenische Gruppe, die zu Mittag in Graz Station gemacht hatte, in Wien an. Der Himmel war bedrohlich schwarz, als wir uns vom Schwedenplatz auf den Weg Richtung Stephansplatz machten. Aber wir hatten Glück. Erst, nachdem wir den Stephansdom besichtigt hatten und die Jugendlichen einen Überblick über Kärntnerstraße, Graben und Stock im Eisen Platz gewonnen hatten, kam der Regenguss.

Die Gruppe wohnte im Jugendgästehaus Brigittenau, wo sie gut untergebracht war. Am Dienstag, 11. Mai, trafen wir uns kurz vor 9 Uhr beim Eingang zum Schloss Schönbrunn, um die Karten für die Jugendführung zu lösen. Unsere junge Führerin sprach langsam und deutlich, was den slowenischen Gästen das Verstehen erleichterte. Sie erzählte der Gruppe über das Schloss, die Habsburger - natürlich besonders über Maria Theresia und Franz Joseph I. und seine Frau Elisabeth, die sicher die bekanntesten Bewohner des Schlosses waren.

Nach der Führung bekamen jene, die Lust dazu hatten, Gelegenheit, sich zu verkleiden und sich so noch ein Stück besser in die Lebensgewohnheiten der kaiserlichen Bewohner des Schlosses hineinzuversetzen. Das war für alle ein großer Spaß!

Nun waren wir alle hungrig und machten uns auf den Weg Richtung Gloriette, von wo man rasch zum Eingang des Tiergartens gelangt. Im Tirolerhaus war schon das Mittagessen für uns bestellt, welches wir uns alle gut schmecken ließen. Schließlich brauchten wir ja noch Energie für den Nachmittag.

Nach dem Mittagessen gingen wir in den Tiergarten, wo wir etwas mehr als drei Stunden Zeit hatten, eine Vielzahl von Tieren zu beobachten. Natürlich wurde unterwegs auch immer wieder eine Rast eingelegt. Alle hatten Gelegenheit, jene Tiere zu besuchen, für die sie sich besonders interessierten.
Wir trafen uns wieder beim Neptunbrunnen, wo wir noch einmal ein Foto von der Gruppe machten. Nun mussten wir zurück zum Bus, der uns zum Oberen Belvedere brachte, wo wir nicht nur das Schloss und den Garten sondern auch den Blick auf Wien genießen konnten.

Nun waren alle rechtmäßig müde, und es war Zeit, ins Jugendgästehaus Brigittenau zurückzukehren. Schließlich wartete am nächsten Tag wieder ein reichhaltiges Programm auf die Jugendlichen.
Am Mittwoch, 12. Mai absolvierte die slowenische Gruppe zuerst eine Rundfahrt an der Ringstraße, bevor sie uns in der VBS-HAKIII Schönborngasse besuchen kam. Die Schülerinnen und Schüler der 3AK (2009/10) gingen schon in der Früh Getränke und Knabbergebäck kaufen, um die Gäste ein bisschen zu bewirten. Kaum waren die slowenischen Schüler im Schulgebäude angelangt, waren sie auch schon wieder unterwegs - schließlich muss man eine neue Schule ja genau unter die Lupe nehmen J. Aber nach der Erkundung der Schule ruhten sich alle gern im Garten ein wenig aus.

Nach dieser "Aufwärmrunde" begaben wir uns alle in den Festsaal, um dort eine Podiumsdiskussion zu verfolgen, die im Rahmen der EU-Wanderausstellung von der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik organisiert wurde. Für die slowenischen Schüler war es natürlich nicht leicht, der Debatte zu folgen. Aber die Referenten auf dem Podium sprachen langsam und deutlich - und ermöglichten so einen größtmöglichen Grad des Verstehens. Für unsere Gäste war es eine gute Übung in der Fremdsprache - auf höchstem Niveau.

 

Am Donnerstag, 13. 5. war Christi Himmelfahrt. Die Schule war geschlossen, und so bot sich dieser Tag für einen weiteren Ausflug an. Um eine möglichst gute Mischung aus Bildung und Unterhaltung zu schaffen, hatten wir folgende Auswahl getroffen: zuerst ins Naturhistorische Museum und dann in den Prater.

Im Naturhistorischen Museum lief von Oktober 2009 bis Juli 2010 die Ausstellung Darwins rEvolution. Die slowenischen Schülerinnen und Schüler konnten zwischen zwei Themen für ihre Führung wählen: Darwin - Entwicklung des Lebens und Darwin - Evolution des Menschen.
Alle Burschen und nur einige Mädchen entschieden sich für das erste Thema. Das zweite Thema hingegen fand bei den Mädchen großen Anklang. Es war beeindruckend zu sehen, wie gut sie der deutschen Führung folgen konnten, und auf welch hohem Niveau sie in Fragen der Biologie Bescheid wussten. Mira Kresnik, die diese Gruppe begleitete, unterstützte sie natürlich ab und zu mit Übersetzungen in die Muttersprache, aber das Deutsch der Jugendlichen ist im 3. Lernjahr schon sehr gut.
Die Gruppe, die sich mit dem Thema Entwicklung des Lebens auseinandersetzte, wechselte zum besseren Verständnis ins Englische, was auch insofern sehr sinnvoll war, als Emil Lokar, der Englisch-Lehrer, diese Gruppe begleitete und - wo es nötig war - leichter die Sprachschwierigkeiten ausgleichen konnten, indem er vom Englischen ins Slowenische übersetzte.

Nach der Führung zogen die Jugendlichen es vor, statt eines Mittagessens nochmals auf die Mariahilferstraße zu gehen. Wir trafen uns wieder um 13.30 bei Naturhistorischen Museum, um von hier mit dem Bus in den Prater zu fahren.
Dort machten wir zuerst beim Riesenrad Station. Wir hatten Glück: die Schlange an der Kasse war kurz, und so konnten wir rasch in die Waggons einsteigen und den Blick auf Wien aus der Vogelperspektive genießen.

Dann hatten die Jugendlichen nochmals eine Stunde Zeit, die diversen Vergnügungen im Prater zu erforschen. Mehr Zeit wollten sie nicht, weil sie schon knapp bei Kasse waren. Für die Liliputbahn hätte das Geld vielleicht gerade noch gereicht, aber die stand vermutlich bei den Jugendlichen nicht ganz oben auf der Liste der aufregenden Attraktionen.

Vor der Rückkehr ins Jugendgästehaus Brigittenau machte der Bus noch beim Hundertwasserhaus Station - gerade rechtzeitig vor dem Wolkenbruch.
Am Freitag, 14. Mai, mussten unsere slowenischen Gäste etwas früher aufstehen, weil wir sie schon um 8.30 Uhr in der Schule erwarteten. Die Schülerinnen und Schüler der 3BK (2009/10) gingen in der Früh Getränke und Knabbergebäck kaufen.

Sobald die Gäste angekommen waren, demonstrierten wir ihnen zuerst ein wenig, wie wir mit den Notebooks im Unterricht arbeiten. Im Anschluss daran gelang es uns, alle Schülerinnen und Schüler auf ein Foto zu bannen - was bei der großen Gruppe gar nicht so einfach war.

Es blieb noch eine halbe Stunde zum Plaudern, dann mussten die slowenischen Gäste sich leider schon wieder verabschieden:
wir hatten für 10.30 Uhr eine Führung im Vienna International Center bestellt. Leider konnte die 3BK nicht mitkommen, weil für diesen Tag eine WINF-Schularbeit angesetzt war. Aber die slowenischen Lehrer haben die 3BK eingeladen, im nächsten Schuljahr das Gimnazija Poljane in Ljubljana besuchen zu kommen.

Bevor wir die UNO City betreten durften, mussten wir erst einmal durch die Security durch. Sobald wir die Eingangshalle erreicht hatten, wurden wir von unseren beiden Führern begrüßt. Die slowenische Klasse teilte sich wieder in zwei Gruppen - und wünschte sich eine Führung auf Englisch.
Der Führer der Mädchengruppe hieß Markus, und er verstand es hervorragend, in seine Erklärungen einerseits eine Vielzahl von Informationen zu verpacken und andererseits die Jugendlichen ständig mit kleinen Fragen einzubeziehen.

So erfuhren wir zuerst etwas über die wichtigsten Aufgabenbereiche der UNO: Friedenserhaltung, Sicherheit und Menschenrechte. Dann erklärte Markus die Struktur der UNO. Von der Generalversammlung hatten alle schon einmal gehört. Auch der Sicherheitsrat war den Jugendlichen bekannt: Aber wer ist dort Mitglied? Und für wie lange?
Manche waren erstaunt zu hören, dass die fünf ständigen Mitglieder ein Vetorecht haben und damit jede Entscheidung blockieren können - auch wenn nur einer der fünf Mitgliedsstaaten dagegen ist. Die zehn nicht-ständigen Mitglieder werden alle zwei Jahre neu gewählt.

Wo befinden sich die vier Hauptsitze der UNO? Alle, die es noch nicht wussten, konnten ihr Wissen nun erweitern: neben Wien gibt es UNO Hauptquartiere in New York, Genf und Nairobi.
Schließlich ging Markus noch genau ein auf die Arbeit einiger Organisationen, die in Wien ihren Hauptsitz haben: CTBTOIAEA und UNODC. Zum Abschluss durften wir noch einen Sitzungssaal im neuen Trakt, der 2009 eröffnet wurde, besichtigen: die Räume können dort durch Verschieben der Trennwände flexibel gestaltet werden. Große Konferenzen können in einem Raum bis zu 1000 Teilnehmer umfassen, für kleinere werden die Räume eben kleiner gestaltet.

Die Arbeit von Simultanübersetzern in solchen Konferenzen ist so anstrengend, dass man schon nach 30 Minuten eine Pause einlegen muss. Und jetzt wissen die Jugendlichen auch, welche die sechs offiziellen UNO-Sprachen sind: Englisch, Französisch, Spanisch, Russisch, Chinesisch und Arabisch.
Wir bedankten uns bei Markus für die exzellente Führung und verließen das Gelände der UNO City. Nun war es Zeit, Lebewohl zu sagen. Die Woche ist wie im Flug vergangen, und wir hoffen sehr, dass es möglich sein wird, im Schuljahr 2010/11 einen Gegenbesuch zu unternehmen.
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Von 16. bis 20. Mai 2011 reisten die Schülerinnen und Schüler der 4BK (2010/11) nach Ljubljana, um unserer langjährigen Partnerschule einen Besuch abzustatten. Obwohl diese Reise nicht Teil der Comenius-Partnerschaft war, bezogen wir trotzdem das Thema Migration mit ein.

Schon seit Herbst 2010 hatten wir in einem regen e-mail Austausch den Besuch geplant und Pläne für das Programm gemacht. Marjeta Sreš hatte ein wunderbares Programm zusammengestellt.

Unterwegs legten wir am 16. Mai in Graz eine einstündige Pause ein, um ein bisschen Bewegung zu machen. Wir begannen unseren Rundgang mit dem Aufstieg zum Uhrturm auf dem Schlossberg über den Kriegssteig. Die Sicht auf die sonnenbeschienene Stadt entschädigte uns reichlich für die Mühe.

Nach einer kurzen Rast gingen wir zurück zur Sporgasse, wanderten über den Hauptplatz, wo wir den Erzherzog Johann Brunnen besichtigten, und warfen buchstäblich nur einen Blick in den Innenhof des Landhauses, wo gerade ein lautstarkes Fest begann.
Nach einer kurzen Rast zum Mittagessen, erreichten wir die Grenze, und von dort hatten wir noch ca. 1 1/2 Stunden Fahrt bis Ljubljana. Auch Busfahren macht müde, und so tat ein bisschen Ruhe gut, bevor wir um 17 Uhr von Marjeta abgeholt wurden, die mit uns in die Altstadt ging. Der Prešeren Platz und die Drei Brücken waren voller Leben. In der Ljubljanica spiegelten sich die Häuser des gegenüberliegenden Ufers. Der Spaziergang in der warmen Nachmittagssonne tat gut und machte hungrig.

Nach ein paar kleinen Einkäufen war die Zeit fürs Abendessen gekommen, das uns allen sehr gut schmeckte und bei dem sich später auch Janja Jakoncic zu uns gesellte. Den Weg zurück zum Hotel fand die Jugend bereits allein - und nun freuten wir uns schon auf den nächsten Tag.
Am 17. Mai holte uns Marjeta vom Hotel ab. Gemeinsam gingen wir über die neue Kornbrücke zum Gimnazija Poljane, wo wir von Marjetas Schülerinnen und Schülern mit Brot und Salz begrüßt wurden.

Anschließend bot uns Marko Trobevšek einen kleinen Einblick in die Besonderheiten der slowenischen Sprache. Jene unter den Schülerinnen und Schülern, die eine südslawische Muttersprache haben, waren hier natürlich im Vorteil.
Anschließend führten uns Andrej und Tina, die in der 3. Klasse schon sehr gut Deutsch sprechen, durch die Stadt. Wir spazierten über den Markt, machten einen Halt auf der neuen Fleischerbrücke bei den Markthallen, sahen die Universität und die Nationalbibliothek, und genossen es, am Fluss entlang zu schlendern. Zuletzt gesellte sich auch die 1. Klasse zu uns und testete ihre Deutsch-Kenntnisse.

Das Studium von Fremdsprachen und ein Stadtspaziergang brauchen viel Energie. Daher waren wir nun hungrig und stärkten uns im Schulbuffet. Nach dem Mittagessen holte uns Daniel, unser Chauffeur, von der Schule ab und wir machten uns auf den Weg nach Postojna. Die Postojnska Jama (Adelsberger Grotte) ist seit 1818 für die Öffentlichkeit zugänglich.
Bevor wir mit der Bahn in die Höhle fuhren, in der es das ganze Jahr über ca. 8°C hat, besuchten wir das neu eröffnete Vivarium, wo wir eine Menge über die Geschichte der Höhle und ihrer Erforschung erfahren konnten und fasziniert waren von der Vielfalt an Lebewesen, die sich den ungewöhnlichen und schwierigen Bedingungen in der Höhle angepasst haben.

Der Höhlenbesuch begann mit einer Bahnfahrt, die uns schon erste Eindrücke bot von den gewaltigen Ausmaßen der Höhle. Anschließend gingen wir ca. 1,5km mit einer Führerin durch zahlreiche Hallen, die eine atemberaubende Vielfalt von Stalagmiten und Stalaktiten enthalten. Wusstet ihr, dass diese Wunder der Natur 10 Jahre brauchen, um 1mm zu wachsen?
Bevor wir nach Ljubljana zurückkehrten, fuhren wir noch zur Höhlenburg Predjama, die sich ganz eng an den Felsen schmiegt. Kein Wunder, dass Belagerer jahrelang nicht herausfinden konnten, wie sich die Belagerten mit Lebensmitteln versorgten. Hinter der Burg befindet sich eine Höhle, von der aus es einen Ausgang in ein benachbartes Tal gibt.
Der Vormittag des 18. Mai gehörte ganz und gar der Information über europäische Firmen, die auch in Slowenien tätig sind. Schon am frühen Vormittag hatten wir einen Termin in der Zentrale der Uni Credit Bank, wo wir die Möglichkeit hatten, von Herrn Franceso Vercesi etliches über die Geschäfte der Uni Credit in Slowenien erfahren konnten. Da Herr Vercesi kein Deutsch spricht, "schalteten wir um" auf Englisch - so wie wir generell während dieser Exkursion immer wieder von einer Sprache in die andere wechselten, je nachdem wie es gerade passte.
Der Vortrag dauerte ca. 45 Minuten - und keine einzige davon war langweilig. Herr Vercesi verstand es auf wunderbare Art und Weise, uns die vielfältigen Aufgaben des Bankwesens zu erklären. Das machte richtig Spaß! Die Uni Credit ist in 21 Staaten tätig und hat 160.000 Mitarbeiter. Herr Vercesi hat seine Firma hervorragend vertreten!

Bevor wir in die Innenstadt zurückkehrten, hatten wir ca. 1 Stunde Zeit, das riesige BTC Shopping Center ein wenig zu erforschen.
Anschließend brachte uns unser Chauffeur Daniel zurück zum Gimnazija Poljane, wo wir ab 12.30 Uhr Gelegenheit hatten, mit Herrn Mag. Thomas Schmidtmeier zu sprechen, der nun die Niederlassung der Wiener Städtischen Versicherung / Vienna Insurance Group in Slowenien leitet.

Er erklärte uns die Struktur der Vienna Insurance Group, die in 24 Staaten Europas 24.000 Mitarbeiter hat und überall dort, wo sie bestehende Versicherungsgesellschaften übernahm, auch die jeweiligen Namen dieser Gesellschaften beibehielt, weil diese ja bei den Kunden gut eingeführt waren. Herr Mag. Schmidtmeier lernt fleißig Slowenisch, weil er überzeugt ist, dass man von den Mitarbeitern und Geschäftspartnern im Land viel positiver aufgenommen wird, wenn man sich bemüht, auch ihre Sprache zu erlernen.
Bevor er nach Slowenien kam, war er für die Vienna Insurance Group in Rumänien tätig. Im Gespräch wurde klar, dass die Vienna Insurance Group zwar als eine Versicherungsgesellschaft auftritt, dass aber sehr wohl auf die jeweiligen Gegebenheiten eine Landes und den Bedarf auf den nationalen Märkten Rücksicht genommen wird. Vermutlich macht das auch den großen Erfolg dieser Versicherungsgruppe aus. Auch dieser Vortrag war so abwechslungsreich und lebendig, dass die Zeit im Flug verging.

Trotzdem brauchte die Jugend nach zwei Wirtschaftsdebatten eine Pause - und so freuten sich alle über einen freien Nachmittag.
Während die Jugendlichen ihre eigenen Wege gingen, unternahm ich mit Marjeta einen Spaziergang in den Tivoli-Park, wo wir eine Pause einlegten und ein Eis genossen.

Am Abend trafen wir uns mit Mira, die 2010 mit ihren Schülerinnen und Schülern in Wien zu Besuch gewesen war, und fuhren zuerst einmal auf die Dachterrasse des Nebotičnik (d.i. das von Jože Plečnik zwischen 1928 und 1933 erbaute Hochhaus). Von dort oben hat man eine wunderbare Aussicht auf die Stadt! Nach dem Aperitif fuhren wir wieder hinunter und gingen Abendessen in einem wunderschönen typisch slowenischen Restaurant, wo ich Žlikrofi kosten konnte, die in Österreich Schlutzkrapfen heißen.
Am 19. Mai mussten wir früher aufbrechen, weil wir einen weiteren Weg vor uns hatten. An diesem Tag führte unsere Reise an die Adriaküste, nach Piran, wo wir um 11 Uhr zu einem Empfang beim Bürgermeister eingeladen waren.

Dr. Peter Bossman ist nicht nur ein sehr beliebter Arzt in seiner Gemeinde, sondern auch ein sehr ungewöhnlicher Bürgermeister. Er stammt aus Ghana, und hat sich als Zuwanderer so hervorragend integriert, dass seine Mitbürger der Meinung waren, er wäre am besten geeignet, die Geschicke der Stadt zu lenken.
Da sich die Schülerinnen und Schüler schon seit dem Herbst 2010 kontinuierlich mit dem Thema Migration - Chancen und Herausforderungen für Europa auseinandergesetzt hatten, war es ein Höhepunkt dieser Reise, mit einem Migranten sprechen zu können, der sich in so hohem Maß in die Gesellschaft seines neuen Heimatlandes integriert hat, dass nur mehr seine Hautfarbe verrät, dass er kein gebürtiger Slowene ist.

Es war erfrischend, mit Dr. Bossman zu sprechen. Seine positive Lebenseinstellung, die er zusammenfasst in dem Motto Wenn sich irgendwo eine Tür schließt, geht anderswo wieder eine auf. Daher sollte man immer positiv denken, trägt wohl entscheidend dazu bei, dass er bei seinen Mitbürgern so beliebt ist. Wir wünschen ihm viel Erfolg für seine Tätigkeit als Bürgermeister!
Janja Jakoncic, mit der ich 2003 unsere Schulpartnerschaft ins Leben gerufen hatte, war an diesem Tag unsere Reisebegleiterin. Es war eine große Freude, wieder einmal ausführlich mit ihr plaudern zu können.

Nach dem Mittagessen in Piran legten wir noch eine Pause mit Strandspaziergang in Portorož ein. Anschließend besuchten wir den Naturpark Sečovlje, dessen Salinen das größte Küstenfeuchtgebiet von Slowenien darstellen, das auch ein bedeutender Lebensraum für Nist- und Zugvögel ist. Die Salinen stellen ein einmaliges Ökosystem dar, welches alle Übergangsformen von Meereswasser, Mischwasser, und Süßwasser vereint.
Zum Abendessen traf ich mich mit Marjeta, um noch einige organisatorische Details für den nächsten Tag zu besprechen, Fotos auszutauschen und mit der Planung des Besuches der slowenischen Schüler 2012 in Wien zu beginnen.
Am 20. Mai in der Früh mussten wir zwar leider von Ljubljana wieder Abschied nehmen, aber noch nicht von Marjeta, die uns in ihrem eigenen Auto nach Rogaška Slatina folgte. In diesem traditionsreichen Kurort, dessen Mineralwasser schon seit dem 17. Jh. zu Heilzwecken verwendet wird, besuchten wir zuerst den Kurpark.

Aber das war erst der Anfang. Marjeta hatte noch zwei weitere sehr interessante Besichtigungen für uns eingeplant: die Glashütte Crystal Rogaška und das Freilichtmuseum Rogatec. In der Glashütte konnten wir bei der Produktion zuschauen, und im Freilichtmuseum durften wir uns als Brotbäcker, Kerzendreher und Flötenmacher versuchen. 
Es fiel uns schwer, Abschied zu nehmen. Wir hatten wunderbare Tage in Slowenien verbracht, aber nun mussten wir wieder heimwärts fahren. Schließlich wartete in Wien noch eine Menge Arbeit auf uns. Ein großes Dankeschön gilt unseren fürsorglichen slowenischen Gastgebern. Wir freuen uns schon auf das nächste Wiedersehen in Wien.

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© Dr. Susanne Pratscher (Österreich), Prof. Mira Kersnik, Prof. Emil Lokar und Prof. Marjeta Sreš (Slowenien) gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern der Projektklassen

 

 

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