Der Europäische Frühling 2010

Fest in Österreich




 

 

Das Fest zum Europäischen Frühling in Österreich 2010 fand am 21. Mai 2010 im Haus der Europäischen Union statt, welches 2009 eröffnet wurde. Von den 77 bis April registrierten Schulen, hatten wir von 60 einen kurzen Bericht über ihre laufenden Europa-Projekte erhalten, und 14 hatten ihre Projekte zum Wettbewerb eingereicht. Die Preise für diesen Wettbewerb, der unter dem Motto "Soziale Verantwortung - Soziale Kompetenz" stand, wurden von ENIS Austria und vom Vikings American Football Club Wien gesponsert. Drei Schulen durften sich über Netbooks freuen, und vom Vikings American Football Club Wien gesponsert. Drei Schulen durften sich über Netbooks freuen, die vierte Schule erhielt einen Sonderpreis: die Teilnahme an einem American Football Game mit der Möglichkeit, hinter die Kulissen zu schauen und mit den Spielern und Cheerleaderinnen persönlich ins Gespräch zu kommen.   

 

Ministerialrat Dr. Reinhold Hawle, der das Fest moderierte, konnte folgende Gäste am Podium begrüßen: Mag. Othmar Karas, MEP (Stv. Vorsitzender der Fraktion der EVP), Mag. Georg Pfeifer (Leiter des Informationsbüros des Europäischen Parlaments in Österreich), Dkfm. Marc FähndrichStv. Leiter der ständigen Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich), Mag. Thomas Hennefeld (Landessuperintendent der Evang. Kirche HB in Österreich) und Konsistorialrat Erwin Ecker (Europabeauftragter der Kath. Bischofskonferenz in Österreich.  

 

Nach der Begrüßung durch Herrn Min.Rat Dr. Hawle,hießen uns die "Hausherren", Mag. Pfeifer und Dkfm. Fähndrich herzlich willkommen im Haus der Europäischen Union. Diese neue Zentrale der EU-Vertretungen in Wien ist seit der Eröffnung im Sommer 2009 bereits zu einem sehr beliebten Veranstaltungsort für Europa-bezogene Debatten, Podiumsdiskussionen und Feiern aller Art geworden. Und so soll es ja auch sein: das Haus der Europäischen Union als "Treffpunkt Europa", wo man sich eine Vielzahl von Informationsmaterial holen kann und wo man gemeinsam die Einheit in der Vielfalt feiern kann.

Dkfm. Marc Fähndrich und Mag. Georg Pfeifer
eröffnen das Fest
Das Motto dieses Schuljahres hatte uns veranlasst, Persönlichkeiten einzuladen, die es den jugendlichen Gästen ermöglichen sollten, einen Blick  auf soziale Aspekte in der Europäischen Union zu werfen: Welchen Stellenwert haben Minderheiten, wie können sie sich in die Gesellschaft integrieren? Was verstehen wir unter sozialer Verantwortung und wie können wir diesen Begriff mit Leben erfüllen?
Das Europa-Motto "In Vielfalt geeint" ermutigt ja alle EU-Bürgerinnen und -Bürger, einerseits ihre Identität zu bewahren, andererseits aber auch nicht zu übersehen, dass eine kulturelle, sprachliche, religiöse, etc. Vielfalt sehr bereichernd sein kann. Soziale Kompetenz muss erlernt werden - wie viele andere Dinge im Leben auch. Wer wäre besser geeignet als die Vertreter von Religionsgemeinschaften, zu Themen mit Sozialbezug Stellung zu nehmen? Noch dazu, wenn es sich um den Repräsentanten einer Minderheit handelt wie Mag. Hennefeld, der eine sehr kleine Religionsgemeinschaft vertritt.
von links nach rechts: Dkfm. Fähndrich, Konsistorialrat Ecker, Landessuperintendent Hennefeld, MEP Mag. Karas, Mag. Pfeifer
Selbstverständlich braucht es auch Mehrheiten wie die Katholische Kirche, hier vertreten durch Konsistorialrat Ecker, die die Minderheiten als gleichwertige Partner akzeptieren. Beide Gruppe tragen eine große Verantwortung tragen, wenn es darum geht, sozial benachteiligte Schichten zu fördern und in die Gesellschaft zu integrieren. Dass die prekäre wirtschaftliche Lage mehrerer EU-Mitgliedsstaaten zur Sprache kam, war selbstverständlich. Hier waren Mag. Karas, Mag. Pfeifer und Dkfm. Fähndrich am Wort, die allesamt betonten, dass es besonders in solchen Situationen wichtig sei, Solidarität zu zeigen. Ein Staat kommt in Schwierigkeiten - und die anderen Mitgliedsländer sind bereit, diesen Staat zu unterstützen. Gegen unverantwortliche Spekulationen auf dem Finanzmarkt kann ein einzelner Staat sich nicht ausreichend zur Wehr setzen. Hält aber die Gemeinschaft der Staaten zusammen, dann ist es möglich, diese Schwierigkeiten zu überwinden.  Auch die gemeinsame Aufarbeitung von Fehlern, die hoffentlich in Zukunft vermieden werden, ist Teil der sozialen Kompetenz.
Nach der sehr anregenden Debatte waren die Schülerinnen und Schüler an der Reihe und durften ihre ausgezeichneten Projekte präsentieren. Die ASO Langenstein (OÖ) war mit der gesamten ASO Kids Band angereist. Dir. Erich Pammer und Dipl. Päd. Bettina Auböck stellten das integrative Projekt der Schule vor, in dem die Jugendlichen Gelegenheit haben, Musik als integrative Kraft zu entdecken. Das Motto der Band lautet "Gitarren statt Knarren", womit auch ein Zeichen gegen Gewalt gesetzt wird. Es wäre zu aufwendig gewesen, die gesamte Ausrüstung mitzubringen. Aber die moderne Technik machte es möglich, dass wir trotzdem in den Genuss kamen, der Band zuzuhören - auf einem Video.
Frau AR Michaela Schaller überreichte die Urkunde und Mag. Karas das Netbook - und nun hoffen wir, dass auch diese Form der modernen Medien in der ASO Langenstein erfolgreich eingesetzt werden kann.
An der Musik-HS Hermagor (Kärnten) beschäftigen sich die Jugendlichen seit einigen Jahren jeweils für ein ganzes Schuljahr besonders mit einem Thema. Nach den Jahresthemen „Native Americans" und „Auf den Spuren der Aborigines" setzte die Schule 2009/10 ihre "Weltreise" fort mit der intensiven Auseinandersetzung mit der Problematik der „Kinderarbeit in Asien". Zwei Schüler aus der Integrationsklasse präsentierten gemeinsam mit Frau Dir. Mag. Margit Wieser und Koll. Bernhard Plattner die Arbeit an dem Projekt, die ihren Höhepunkt in einem 13 Minuten langen Film fand, der mit fachmännischer Unterstützung von BLUE CUBE in Klagenfurt entstanden war.
Urkunde und Netbook wurden überreicht von Mag. Hennefeld und Mag. Karas. Beim nächsten Jahresthema kann sicher auch das Netbook eine Rolle übernehmen und die Jugendlichen bei ihrer Arbeit unterstützen.
Auch die Schülerinnen und Schüler des Österreichischen Gymnasiums Prag (Tschechische Republik) hatten sich gemeinsam mit Koll. Manfred Seidl in diesem Schuljahr mit einem sehr umfangreichen Projekt beschäftigt. Sie hatten sich dem Thema "Soziale Verantwortung - Soziale Kompetenz" sozusagen literarisch angenähert, indem sie Gedichte zum Thema Armut lasen und interpretierten.

Die Jugendlichen bildeten ein Radioteam, lasen und interpretierten die Gedichte in Deutsch und Tschechisch und nahmen auch eine CD auf, die nun im Österreichischen Kulturforum in Prag aufliegt.
Konsistorialrat Ecker überreichte die Urkunde und Mag. Karas das Netbook. Der ehemalige österreichische Botschafter in Schweden, Dr. Stephan Toth, der jahrelang die Aktivitäten von Koll. Seidl unterstützt hatte, war ebenso zu dem Fest gekommen, um den Jugendlichen zu gratulieren, wie Frau Mag. Astrid Lukasser vom BMUKK, die die österreichischen Auslandschulen betreut. Wir können sicher sein, dass das Netbook beim Erstellen von Dateien für das nächste Projekt zum Einsatz kommen wird.
Last but not least war die 1AS der VBS-HAKI Akademiestraße (Wien) an der Reihe. Koll. Bittner-Fuchs hat als Klassenvorstand eine sehr interessante Idee umgesetzt, um die Teambildung in der Klasse von Anfang an auf solide Beine zu stellen. Alle Schülerinnen und Schüler sollten die Möglichkeit bekommen, an den Teambildungstagen zu Schulbeginn teilzunehmen. Um finanzielle Barrieren zu beseitigen, wurde beim Vienna Business Circle ein Mikrokredit aufgenommen, den die Jugendlichen nun langsam abzahlen. Um Geld zu verdienen, haben sie eine Reihe von Buffets bei Veranstaltungen in der Schule betreut und ein internationales Kochbuch herausgegeben.
Botschafter Dr. Toth und Mag. Karas überreichten die Urkunde und den Sonderpreis: Das American Football Match der Vikings wird den Jugendlichen sicherlich viel Spaß machen.
Zum Abschluss konnten sich sowohl die Gäste als auch die Gewinnerinnen und Gewinner noch beim Buffet stärken und es gab die nun schon traditionelle Spring Day Torte, die uns allen sehr gut schmeckte.

Es ist kaum zu glauben, aber während des Buffets ergaben sich auch schon Gespräche über Europa-Projekte, die wir im nächsten Schuljahr umsetzen wollen. Die Europa-Idee in den Schulen lebt weiter, und das ist gut so!

 

© Dr. Susanne Pratscher

 

HomeEuropa in der SchuleInternationale TagungenPartnerschaftenEuropäische WerteEuropa-Projekte
Europa-DebattePressestimmenWettbewerbeBildung in EuropaLerneinheitenRessourcen