NICHT - FIKTIONALE TEXTE

 

Nicht-finktionale Texte haben einen anderen Bezug zur Wirklichkeit als die „fiktionalen“ Texte. Man nennt sie auch „Sachtexte“ und „Gebrauchstexte.“Man kann vier Gruppen von nicht-fiktionalen Texten unterscheiden: Texte mit

 

informierender Funktion
wertender Funktion
appellierender Funktion
autobiographischer Funktion

 

TEXTE MIT INFORMIERENDER FUNKTION

 

FORMEN DES BERICHTS

 

Dazu gehören der Sportbericht, der Wetterbericht, der Wirtschaftsbericht, die Reportage, das Interview, Ereignisberichte verschiedenster Art etc.

 

Die Reportage ist eine journalistische Gebrauchsform, die im Dienst der Information steht. Ihre Gestaltung ist abhängig vom Gegenstand, aber auch vom Reporter, der als Augenzeuge über aktuelle Vorgänge und Ereignisse berichtet. Er will einen möglichst breiten Leserkreis ansprechen. Die Reportage ist oft umgangssprachlich gefärbt und bedient sich eines einfachen und leicht überschaubaren Satzbaus.

 

FORMEN DER ERÖRTERUNG

 

Darunter sind zu verstehen:  das Sachbuch, wissenschaftliche und populär-wissenschaftliche Texte, das Referat, die Biographie u.a.

 

Die Biographie ist die Lebensgeschichte eines Menschen. Sie muss auf zuverlässigen, nachprüfbaren Quellen basieren. Ihr Ziel ist die Beschreibung des Lebensweges und des Charakters eines Menschen.

 

FORMEN DER BESCHREIBUNG

 

Hierzu zählen Spiel- und Arbeitsanleitungen, Gebrauchsanweisungen, Gesetzestexte usw.

 

TEXTE MIT WERTENDER FUNKTION

 

Zu dieser Gattung zählen z.B. das Essay, die Glosse, der Leitartikel und die Kritik.

 

Das (bzw. der) Essay ist eine aus dem englischen Sprachraum stammende kürzere Prosaschrift über ein bestimmtes Thema in sprachlich kunstvolle Form. Auf eine streng wissenschaftliche Behandlung des Themas wird bewusst verzichtet.

 

Die Glosse (=Rand-, Zwischenbemerkung) ist ein  auch oft anonym erscheinender Kommentar in witzig-ironischer , häufig auch polemischer Form, in dem zu Tagesereignissen Stellung genommen wird.

 

Eine Kritik wird in Zeitungen und Zeitschriften meist im Anschluss an ein kulturelles Ereignis veröffentlicht. Sie dient nicht nur zur Information des Lesers, sondern soll ihm auch eine Entscheidungshilfe bieten, wenn er überlegt, ob es sich für ihn lohnt, ein bestimmtes Buch zu kaufen bzw. einen bestimmten Film/ein bestimmtes Theaterstück anzusehen. Die Kritik steht vornehmlich im Dienst der Wertung.

 

TEXTE MIT APPELLIERENDER FUNKTION

 

Zu dieser Gattung gehören der Werbetext, der Aufruf, die  (politische) Rede, die Predigt, das Plädoyer (Rede, mit der jemand für etwas eintritt, engagierte Befürwortung; Sonderfall: Schlussvortrag von Strafverteidiger oder Staatsanwalt vor Gericht), das Flugblatt etc. - alles Textgattungen, die den Leser auffordern, aktiv zu werden, die Initiative zu ergreifen.

 

TEXTE MIT AUTOBIOGRAPHISCHER FUNKTION

 

Eine Autobiographie  wird  im allgemeinen  von einer im öffentlichen Leben stehenden Persönlichkeit rückschauend - meist in vorgeschrittenem Lebensalter - selbst verfasst. Der Autor verfolgt damit oft die Absicht, sein Denken und Handeln vor der Mit- und Nachwelt zu rechtfertigen.

 

Eine Sonderform sind die Memoiren: das sind die Lebenserinnerungen einer im öffentlichen Leben stehenden Persönlichkeit, die in erster Linie denkwürdige Ereignisse aus ihrem eigenen Leben der Nachwelt übermitteln will.

 

Eine weitere Sonderform stellt das Tagebuch dar, eine literarische Gebrauchsform, die verschiedenen Zwecken dienen kann. Das dokumentarische Tagebuch hält sachliche Vorgänge fest (z.B. das Logbuch, das Fahrtenbuch, das Reisetagebuch). Das private Tagebuch ist ausschließlich für den Schreibenden selbst da. Die Gliederung ergibt sich aus einer gewissen Regelmäßigkeit der Eintragungen. Es dient dem Schreiber  zur Selbstbeobachtung, -rechtfertigung oder -kritik, oft aber auch zur Sammlung von Material, das er später für seine Werke verwendet.

 

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